So, 06.02.05:
Karlsruher SC - ALEMANNIA 0:1 (0:0)
Müller - Dick, Stoll, Eggimann, Oswald (72. Adoube) - Männer (72. Reule), Kritzer, Schwarz, Masmanidis - Saenko, Freis (69. Kapllani)
(Fischer - Kies, Mann, Eichner / Becker)
Straub - Landgraf, Stehle, Sichone, Noll - Brinkmann, Rolfes, Michalke - Reghecampf (80. Paulus), Pinto, Gomez
(Nicht - Hengen, Schlaudraff, Petrovic, Iwelumo / Hecking)

Zuschauer: 13500 (ca. 400 aus Aachen)
Gelb: Stoll - Reghecampf, Landgraf

0:1 Pinto (66.; Foulelfmeter; Noll)





(Foto: Richard)







(Foto: Richard)









(Fotos: Richard)



Auf acht Punkte war der Rückstand der Alemannia nach der Pleite gegen Ahlen angewachsen, und bei einer weiteren Niederlage in Karlsruhe hätte man die Aufstiegshoffnungen langsam aber sicher begraben können. Die Ausgangssituation war ähnlich wie vor den Spielen in Aue vor einem Jahr oder in Kalrsruhe vor zwei Jahren. Auch die Personallage war ähnlich angespannt wie damals, als der A-Jugendliche Michel Kniat bzw. Amateur Marc Keller den Kader auffüllten. Dieses Mal musste neben den gesperrten Erik Meijer und Alexander Klitzpera auf die verletzten Cristian Fiel, Reiner Plaßhenrich, Florian Bruns und Jens Scharping verzichtet werden. So saß u.a. Thomas Hengen mal wieder auf der Bank. Der 18. Platz im Kader blieb frei, da auch Eddie Bediako sich im Training verletzt hatte. Immerhin konnte Dennis Brinkmann, dessen Einsatz fraglich gewesen war, auflaufen. Daniel Gomez nahm die Position von Erik Meijer in der Sturmspitze ein, Laurentiu Reghecampf und Sergio Pinto besetzten die Außenposition, und Kai Michalke begann auf der Spielmacherposition.
Rund 400 Alemannia-Fans hatten ihre Mannschaft am Carnevalssonntag nach Kalrsuhe begleitet, darunter vier Busbesatzungen und rund 50 Zugfahrer, von denen es einige Halbstarke noch nicht einmal bis Koblenz schafften, ohne sich von oben bis unten vollzukotzen.
Sie sahen in der Anfangsphase ein überlegenes Spiel ihrer Mannschaft, die den Gegner früh unter Druck setzte. Dabei sprangen zwar eine Reihe von Eckbällen, aber keine zwingenden Torszenen heraus. Simon Rolfes setzte den ersten Versuch eines Torschusses über die Latte, und Torwart Markus Miller parierte einen 20m-Schuss von Daniel Gomez. Mitte der ersten Halbzeit konnte sich der KSC vom Anfangsdruck der Alemannia befreien. Mehr als ein 17-Meter-Schuss von Ivan Saenko sprang aber auch für die Gastgeber nicht heraus. Die größte Chance der Alemannia im ersten Durchgang hatte Simon Rolfes kurz vor der Pause. Sergio Pinto hatte Daniel Gomez steil geschickt. Dessen Hereingabe wurde zu kurz abgewehrt, und Simon Rolfes bot sich aus 13 Metern die Schusschance, aber Markus Miller blieb Sieger.
In der zweiten Hälfte änderte sich das Bild nicht großartig, beide Mannschaften zeigten sich bemüht, aber größtenteils harmlos. Sergio Pinto prüfte noch einmal Torwart Miller aus der Distanz. Schrecksekunde auf der anderen Seite: Nach einem schnell ausgeführten Karlsruher Freistoß entwischte Jan Männer Emil Noll und lief alleine auf Stephan Straub zu. Dem rutschte der Ball durch die Beine, aber zur Erleichterung aller hoppelte der Ball Zentimeter am linken Pfosten vorbei. Es war ein typisches 0:0-Spiel, was allerdings für beide Mannschaften zu wenig gewesen wäre. Aus dem Spiel heraus hätte die Alemannia, bis dahin immer noch ohne Tor in der Rückrunde, wahrscheinlich auch in diesem Spiel keinen Treffer erzielt. Umso dankbarer müssen wir über das Geschenk aus der 66. Minute sein. Kai Michalke brachte eine Ecke von der rechten Seite in den Strafraum. Dort war es Mario Eggimann, der Emil Noll zuerst klammerte und dann sekundenlang am Trikot festhielt. Der Schiedsrichter entschied trotz Karlsruher Proteste auf Elfmeter. Den hatte sich Mario Eggimann selbst zuzuschreiben. Kurzes Klammern und Trikotzupfen bei Eckbällen wird zwar nur selten geahndet, aber Eggimann, der Noll überhaupt nicht mehr loslassen wollte, hatte es definitv übertrieben. Zeit zur vorschnellen Freude bestand allerdings beileibe nicht. Kai Michalke hatte zuletzt gegen Ahlen verschossen, Sergio Pinto im Hinspiel gegen Ahlen, und Stefan Blank hatte zwar gerade erst einen Elfmeter verwandelt, aber dummerweise im Trikot von Kaiserslautern. Daniel Gomez schnappte sich den Ball, musste ihn aber doch an Sergio Pinto hergeben. Der verlud Markus Miller, der in die rechte Ecke sprang, und brachte den Ball zum 0:1 im linken Eck unter. 25 Minuten musste noch gezittert werden. Die Gastgeber forderten nach einem Faller von Daniel Reule Elfmeter, aber dieses Mal blieb der Pfiff aus. Wie schon beim Spiel vor drei Jahren in Karlsruhe ließ der Schiedsrichter großzügig nachspielen, und beinahe wäre es in der 93. Minute noch passiert. Die Alemannia spielte erfolglos auf Abseits. Daniel Reule kam in halblinker Position zum Schuss. Stephan Straub ließ den Ball nach vorne abprallen und musste im Nachsetzten Kopf und Kragen riskieren, hatte den Ball und die drei Punkte im dritten Nachfassen aber schließlich sicher.
Damit hat die Alemannia den Abwärtstrend erst einmal gestoppt und durch die gleichzeitige Niederlage von Greuther Fürth in Aue den Abstand auf fünf Punkte reduziert. Um den Anschluss nach oben wieder herzustellen, braucht es aber noch eine deutliche spielerische Steigerung. Der Sieg in Karlsruhe sollte dazu hoffentlich das nötige Selbstvertrauen geben.



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