Sa, 10.02.07:
Bor. Mönchengladbach - ALEMANNIA 0:0 (0:0)
Keller - Bögelund, Gohouri, Ze Antonio, Compper (67. Rafael) - Polanski (54. Svensson), Kluge, Delura (76. Degen), Insua, Jansen - Kahé
(Heimeroth - Levels, El Fakiri, Thygesen / Heynckes)
Straub - Stehle, Herzig, Klitzpera, Leiwakabessy - Plaßhenrich, Lehmann (72. Pinto), Reghecampf (79. Fiel), Rösler, Schlaudraff - Ibisevic (82. Ebbers)
(Nicht - Casper, Heidrich, Quotschalla / Frontzeck)

Zuschauer: 50230 (ca. 7500 aus Aachen)
Gelb: Jansen, Rafael - Lehmann, Ibisevic



(Foto: Richard)





(Foto: Richard)









Drei Niederlagen in Folge, ein deprimierendes 1:4 gegen Hannover, die erste Ratte, die das sinkende Schiff verlässt - ausgerechnet zu dieser schweren Zeit stand das Derby beim Tabellennachbarn auf dem Spielplan. Der letzte Auftritt der Alemannia liegt sechs Jahre zurück, 1:6 hieß es nach Platzverweisen von Mark Rudan und Frank Schmidt, zuvor gab es ein 2:1 durch Taifour Diane, ein 4:0 u.a. durch 2x Mario Krohm und ein 0:2 nach Platzverweis Vanderbroeck. Seitdem musste das Heidestadion dem "Stadion im Germania-Park" weichen, anstelle der Grashügel setzte man eine Arena wie in Cöln oder Düsseldorf auf die Weide; die ansässigen Landwirte wurden mit Germania-Dauerkarten und Bravo-Postern von Günter Netzer angemessen entschädigt. Gegen die Alemannia wurde Topzuschlag verlangt, die Stehplatzkarten gab es für 30 Mark - laut Karte "incl. Amateur-Rahmen-Veranstaltung", von der aber mal gar nichts zu sehen war. Immer so teuer sind offenbar hingegen die Pizzastückchen für gut 6 Mark, vermutlich wegen der Pappen mit den wahnsinnig appetitanregenden Rauten drauf.
Bei der Alemannia spielte Nico Herzig für den gesperrten Sichone, Thomas Stehle ersetzte Heckings Pinto, und für die wiedergenesenen Reiner Plaßhenrich und Jan Schlaudraff blieben Cristian Fiel und Marius Ebbers zunächst auf der Bank. Die Alemannia legte gut los und hätte schon nach drei Minuten in Führung gehen können. Nico Herzig kam nach Ecke Reghecampf zum Kopfball, aber Karlsson Keller lenkte den Ball reaktionsschnell über die Latte. Die Alemannia stand vor allem dank Nico Herzig und Reiner Plaßhenrich deutlich stabiler als zuletzt, die lange Zeit einzige Chance für die Germania hatte Arthur Compper, der aus halblinker Position über das Aachener Tor schoss. Das engagierte Spiel der Alemannia wurde leider nicht belohnt, stattdessen schien unseren Spielern das Pech an den Stiefeln zu kleben wie den Einheimischen die Kuhscheiße: Handelfmeter und Eigentor in Schalke, aberkannter Ausgleich gegen Hannover, nun traf Jan Schlaudraff aus gut 20 Metern nur die Latte, Karlsson Keller war wohl noch mit den Fingerspitzen am Ball. Etwas später schoss Vedad Ibisevic einen Gegenspieler an, im Nachsetzen drehte sich Sascha Rösler um David Bögelund herum und setzte den Ball im Fallen knapp am linken Pfosten vorbei. Auf der anderen Seite scheiterte Albert Jansen mit einem Flachschuss an Stephan Straub. Deutlich verbessert zeigte sich Jan Schlaudraff, der in einer Szene zwei Landwirte stehenließ wie Vogelscheuchen, aber mit seinem Querpass den am langen Pfosten wartenden Vedad Ibisevic verfehlte. So wäre der Schuss kurz vor der Pause fast noch nach hinten losgegangen. Die Alemannia bekam den Ball nicht aus der Gefahrenzone, und der Teverener Neuzugang Gohouri tauchte plötzlich alleine vor Stephan Straub auf, der mit etwas Glück das 0:0 rettete. Der andere Neuzugang der Germania, Morten Thygesen, kam übrigens trotz des ganzen Geldes, das man für ihn unter den Tisch gelegt hatte, nicht zum Einsatz.
Die Alemannia kam gut aus der Pause, Vedad Ibisevic schoss erneut einen Gegner an, und Sascha Rösler zielte im Nachsetzen links vorbei. Nach und nach übernahm aber die Germania das Kommando auf der Wiese, die Alemannia ließ sich zunehmend die Butter vom Spargel nehmen. Nach gutem Pass von Paul Kluge stand Filipo Insua links frei vor Stephan Straub. Der gewann das Duell, und beim zweiten Versuch Insuas rettete Thomas Stehle zur Ecke. Jülich war zwar bemüht, aber letztlich zu schwach, um unsere erfreulich gut stehende Abwehr entscheidend in Gefahr zu bringen. Stattdessen gab es Chancen für Konter, die leider mit zunehmender Spieldauer immer konsequenter ausgelassen wurden. Als dann sechs Minuten vor Schluss Gohouri bei einem Steilpass von Cristian Fiel über den Ball trat, stand Jan Schlaudraff alleine vor Keller, schoss diesem aber in die Beine. Verfickte dreckige Scheiße.
Hier wäre mehr drin gewesen, einen ähnlich schwachen Gegner wird man in den restlichen Spielen kaum noch vorgesetzt bekommen. Mainz und Hamburg gewannen ihre Spiele, und die Alemannia steht zumindest für einen Tag zum ersten Mal seit dem zweiten Spieltag auf einem Abstiegsplatz. Und wenn man die Heimspiele in Serie verliert, fährt man auswärts auch nach einem 0:0 mit einer Fresse nach Hause wie die Gastgeber nach sieben Jahren Missernte. Aber Abstiegsangst hin oder her, zumindest wird man die Saison ohne Niederlage gegen den Landpöbel beenden. Und jetzt muss ich erstmal sehen, wie ich meine Schuhe wieder sauber bekomme...



Zurück

l