So, 06.11.05:
SSVg. Velbert - ALEMANNIA II 2:0 (1:0)
Hecimovic - Bestler, Salvador, Schlieter - Walker (88. Gözen), Weiß, Kaya, Ballout, Celik (83. Nigbur) - Finnern (70. Reichert), Kohout
(Trainer: Bruns)
Pauly - Schippers, Henseler, Zitzen (28. Putzier), El Hammouchi - Popova (62. Kekilli), Brüggemann, Balaban, Moosmayer - Heller (86. Emonts), Rentmeister
(Trainer: Emmerling)

Zuschauer: 575 (ca. 40 aus Aachen)
Gelb: Bestler, Kaya, Finnern - Popova, Rentmeister, Brüggemann, El Hammouchi
Gelb-Rot: Balaban (58.; Meckern), Henseler (76.; wiederholtes Foulspiel)
Rot: Moosmayer (78.; grobes Foulspiel)

1:0 Finnern (15.)
Pauly hält Foulelfmeter von Bestler (58.)
2:0 Reichert (76.)







Die U23 der Alemannia trat am Sonntag im Velberter Stadion Sonnenblume an, wo man beim 3:2 vor einem halben Jahr das beste Saisonspiel abgeliefert hatte. Meine herzlichsten Glückwünsche gehen dabei an unsere SKBs, die im fünften Anlauf endlich auch diesen Ground punkteten und der Komplettierung der Oberliga Nordrhein in kleinen Schritten immer näher rücken! Weniger lobend erwähnt seien die Velberter Ordner, die den Aachener Fans den Zugang zum in Velbert traditionell üppigen Kuchenbuffet verwehrten.
Die Alemannia war in Abwesenheit der verletzten Andre Lehnen, Sören Prüter und Philipp Reichartz mit neu sortierter Defensive angetreten: Bastian Zitzen bildete mit Michael Henseler die Innenverteidigung, und Daniel Schippers und Raschid El Hammouchi besetzten die Außenpositionen. Zum ersten Mal seit seiner Verletzung von Beginn an dabei war Uwe Brüggemann.
Die Gastgeber, im Jahr 1 nach Spielertrainer Marek Lesniak, bestätigten ihren Ruf als sehr kompakte und defensivstarke Mannschaft, die aber Probleme hat, wenn sie selber das Spiel machen muss. Umso wichtiger wäre es für die Alemannia gewesen, keinem frühen Rückstand hinterherlaufen zu müssen, aber Abstimmungsprobleme in den Anfangsminuten machten der Elf von Stefan Emmerling einen Strich durch die Rechnung.
Bereits nach zwei Minuten war Torwart Christian Pauly im Glück, als der Ball im Anschluss an einen Freistoß von Benyounes Ballout aus dem Gewühl heraus an den Pfosten sprang. Auf der anderen Seite setzte Marcel Heller den Ball nach schöner Vorarbeit von Faton Popova volley über den Querbalken. Musa Celik scheiterte nach Vorarbeit von Claudio Salvador aus spitzem Winkel an Christian Pauly, bevor Velbert mit einem schnellen Konter nach einer Viertelstunde die Führung gelang. Christopher Finnern bediente mit einem langen Diagonalpass über den schlecht postierten Michael Henseler Ales Kohout, der nicht lange fackelte und den Ball aus halblinker Position flach zum 1:0 im langen Eck unterbrachte.
Die Gastgeber ruhten sich im Anschluss in ihrer unnachahmlichen Weise auf der Führung aus und kontrollierten das Spielgeschehen, ohne dabei selbst ernsthafte Offensivbemühungen zu starten. Der Alemannia, die auch in diesem Auswärtsspiel wieder lautstark von rund 40 mitgereisten Fans und Angehörigen unterstützt wurde, fehlten die Mittel, sich gegen die erfahrene Velberter Defensive entscheidend in Szene zu setzen. Zu allem überfluss musste die Abwehr erneut umgestellt werden, nachdem Bastian Zitzen angeschlagen das Feld verlassen musste. Daniel Schippers rückte nun in die Innenverteidigung, und Heinz Putzier übernahm die rechte Abwehrseite. Kurz vor dem Wechsel hatte die Alemannia Glück, als Christopher Finnern nach Flanke von rechts und unfreiwilliger Ablage von Michael Henseler aus kurzer Distanz zum Schuss kam, aber Christian Pauly mit einer Fußabweh weiteres Unheil verhinderte.
Letzteres folgte leider im zweiten Durchgang, und zwar nicht zu knapp... Die Gastgeber zogen sich immer weiter in die eigene Hälfte zurück und lauerten auf Konter. Eine Chance gab es noch, die Partie zu wenden: Faton Popova bediente Tom Moosmayer auf der linken Seite, und dessen Flanke erreichte Heinz Putzier, der den Ball aber - bedrängt von einem Gegenspieler - in den Boden köpfte.
Zwei Minuten später leistete sich die Alemannia einen unnötigen Ballverlust im Spielaufbau, und Christopher Finnern schickte Musa Celik steil, der von Raschid El Hammouchi umgesenst wurde. Der Schiedsrichter, der in der ersten Halbzeit durch einige merkwürdige Entscheidungen aufgefallen war (z.B. Halbzeitpfiff vor Ausführung eines Aachener Freistoßes in aussichtsreicher Position), zeigte in dieser Szene zurecht auf den Elfmeterpunkt. Trotzdem ließ sich Yunus Balaban offenbar leider dazu hinreißen, wiederholt ungefragt seine Meinung kundzutun und sah dafür zunächst Gelb und Sekunden später Gelb-Rot. Bereits im ersten Durchgang hatte Michael Rentmeister Gelb wegen Meckerns gesehen - solche Undiszipliniertheiten schwächen die eigene Mannschaft und sind mehr als überflüssig: Unqualifiziertes Anpöbeln des Schiedsrichtergespanns sollte dem Pöbel im Fanblock bzw. ins Unsachliche abdriftenden Berichten im Internet vorbehalten sein. Immerhin hielt der an diesem Tag stark haltende Christian Pauly seine Mannschaft im Spiel und parierte den von Michael Bestler flach in die rechte Ecke getretenen Elfmeter.
Wieder nur drei Minuten später hatte die Alemannia nach einem weiteren haarsträubenden Ballverlust erneut Glück, dass Christopher Finnern es alleine vor dem Tor zu lässig angehen wollte und mit einem Heber seinen Meister in Christian Pauly fand. Eine Viertelstunde vor dem Ende war die Partie endgültig entschieden, als Michael Henseler wegen Foulspiels ebenfalls die gelb-rote Karte sah. Die erste gelbe Karte hatte er wohlgemerkt nach einer leichten Tätlichkeit gegen ihn gesehen, nur weil er sich drohend vor dem Übeltäter aufgebaut hatte - ein Michael Ballack muss so etwas 37 Mal hintereinanander bringen, bevor er endlich Gelb sieht. Den anschließenden Freistoß schlug Markus Kaya auf den eingewechselten Tim Reichert, der den Ball volley glücklich abgefälscht und mit Hilfe des Innenpfostens zum 2:0 im Tor unterbrachte.
Neben der sicheren Niederlage verlor die Alemannia auch noch Tom Moosmayer, der nach einer eher harmlosen Situation an der Seitenlinie zum Duschen geschickt wurde und zumindest in der nächsten Partie (12.11. in der Münzenberg-Kampfbahn gegen Aufsteiger VfB Speldorf) fehlen wird. Als einzig erfreuliches Ereignis im ansonsten in allen Belangen beschissen verlaufenen Spiel bleibt die Einwechslung von Janosch Emonts festzuhalten, der in den Schlussminuten zu seinem ersten Oberligaeinsatz kam. Insgesamt geht die Niederlage in Ordnung, Velbert präsentierte sich zwar als keineswegs spielerisch überragender (siehe Spiel 11 gegen 8), aber äußerst unbequemer Gegner, der auch gegen elf Aachener kaum eine Torchance zuließ.



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