Fr, 02.12.05:
Sportfreunde Siegen - ALEMANNIA 2:2 (1:1)
Masic - Dosek, Bäcker, Barletta, Dama - Lintjens, Nemeth, Melkam - Reina (82. Weikl), Bettenstaedt, Spizak
(Wolff - Matthies, Stark, Schmitt, Schoof / Kocian)
Nicht - Pinto, Klitzpera, Sichone, Casper - Plaßhenrich, Reghecampf, Rösler (82. Koen), Fiel (86. Noll) - Schlaudraff, Meijer
(Straub - Landgraf, Heidrich, Sukalo, Ebbers / Hecking)

Zuschauer: 11714 (ca. 1800 aus Aachen)
Gelb: Spizak

0:1 Meijer (33.; Schlaudraff)
1:1 Lintjens (42.)
1:2 Reghecampf (55.; Schlaudraff)
2:2 Bettenstaedt (72.)







Nach drei Siegen in Folge reiste die Alemannia als Favorit zum Aufsteiger aus Siegen, der in der Vorbereitung deutlich mit 3:1 besiegt werden konnte. Rund 1500-2000 Fans begleiteten die Alemannia trotz des Freitagstermins ins kalte Leimbach-Stadion, wo gewaltige Schneehaufen hinter den Toren von der großen Räumaktion im Laufe der Woche zeugten. Noch nicht ganz auf die zweite Liga vorbereitet waren die heimischen Ordner, die zwar in die Batteriefächer von Fotoapparaten sehen wollten, aber reihenweise Leute mit Bierdosen passieren ließen.
Dieter Hecking vertraute weiterhin der gegen Bochum und Paderborn siegreichen Formation. Die spielte in der ersten Hälfte ihrem Lauf entsprechend selbstbewusst auf und war den Gastgebern zunächst läuferisch und trotz der Bodenverhältnisse auch spielerisch deutlich überlegen. Gleich in der zweiten Minute hätte Sascha Rösler mit einem Kopfball nach Pinto-Freistoß für eine ähnlich frühe Führung wie in Bochum sorgen können. Wenig später zeigte sich Jan Schlaudraff in aussichtsreicher Position zu uneigennützig und spielte einen Querpass zu viel, dann traf Cristian Fiel per Kopf nach Ecke Reghecampf nur den rechten Pfosten. Nach einer halben Stunde tat es Sascha Rösler Jan Schlaudraff gleich und kam fünf Meter vor dem Tor nicht zum Abschluss. In der 33. Minute folgte aus einer eher unscheinbaren Szene die überfällige Führung. Erik Meijer und Jan Schlaudraff liefen sich hintereinander in der Siegener Abwehr fest, der Ball landete noch einmal bei Meijer, und der traf aus 16 Metern mit links zum 0:1 ins rechte Eck. Die Alemannia hätte bis zur Pause u.a. durch Reiner Plaßhenrich und Laurentiu Reghecampf noch mehrmals nachlegen können. Stattdessen fing sich die Alemannia kurz dem Wechsel den völlig überflüssigen Ausgleich. Bei einer Hereingabe von der rechten Seite war sich Laurentiu Reghecampf gerade zu schade für Deckungsarbeit, Moses Sichone irrte ohne Gegenspieler umher, Mirko Casper konnte keine zwei Siegener gleichzeitig decken, und so stand Sven Lintjens am langen Pfosten völlig frei. Moses Sichone köpfte Lintjens scharfen Schuss schließlich zum 1:1 ins eigene Netz.
Die erste Halbzeit hatte streckenweise an die starken Auftritte in Dresden oder Bochum erinnert, aber nach dem Wechsel ließ sich die Alemannia allzu sehr die Butter vom Brot nehmen. Nach Fehler von Cristian Fiel spielte Guiseppe Reina steil auf den immer noch schnellen, wenn auch fallsüchtigen Miroslaw Spizak, und Kristian Nicht musste per Fußabwehr das Unentschieden retten. Trotz des jetzt ausgeglicheneren Spiels gelang nach 55 Minuten die erneute Führung. Jan Schlaudraff wurschtelte sich nach Anspiel von Mirko Casper auf der linken Seite etwas glücklich durch mehrere Siegener und bediente in der Mitte Laurentiu Reghecampf, der überlegt die Lücke ins Tor fand. Leider verhielt sich die Alemannia gerade nach der Führung zu passiv. Zunächst hatte man Glück, als Kristian Nicht einen Schlenzer von Sven Lintjens vom rechten Strafraumeck gegen die Latte lenkte. Auf der anderen Seite kratzte Sascha Bäcker einen Kopfball von Erik Meijer nach Flanke von Laurentiu Reghecampf von der Linie. Nachdem Kristian Nicht einen Freistoß fallengelassen hatte und Til Bettenstaedt die Einschusschance kläglich vergeben hatte, brachte der nächste Freistoß dann doch den Ausgleich. Bettenstaedt gewann das Kopfballduell gegen Alexander Klitzpera und traf zum 2:2 ins linke Eck. Fast im Gegenzug hätte Jan Schlaudraff doch noch für eine fröhliche Heimfahrt sorgen können. Nach langem Ball von Sergio Pinto tanzte er Sascha Bäcker aus, hatte das Tor offen und einladend sieben Meter vor sich, wollte aber warum auch immer genau in den Winkel treffen und traf ihn eben nicht.
Immerhin ließen sich viele Fans durch den ärgerlichen Punktverlust die Stimmung nicht verderben und blockierten ein wenig die Straße und sangen dabei "Rivers of Babylon". Nicht ganz so gut gelaunt dürfte Dieter Hecking gewesen sein, denn seine Mannschaft hatte mehr als überflüssig zwei Punkte liegengelassen. Man war dem Gegner spielerisch klar überlegen gewesen, hatte ihn im Sack gehabt und zweimal unnötig ins Spiel zurückgebracht. Und am Montag in Freiburg wird es nicht so leicht zu gewinnen sein wie in Siegen...



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