Mi, 27.10.04:
Rot-Weiß Erfurt - ALEMANNIA 1:0 (0:0)
Twardzik - Fall, Richter, Traub, Bürger - Barletta, Zedi, Schnetzler (89. van Buskirk), Glöden, Kreuz (81. Keller) - Braham (69. Neitzel)
(Reitmaier - Klingmann, Hartwig, Alex / Müller)
Straub - Landgraf, Klitzpera, Sichone, Blank - Plaßhenrich (77. Brinkmann), Rolfes, Pinto (58. Scharping) - Bruns (77. Iwelumo), Michalke, Meijer
(Nicht - Stehle, Paulus, Hengen / Hecking)

Zuschauer: 7136 (ca. 250 aus Aachen)
Gelb: Klitzpera, Scharping, Bruns

1:0 Kreuz (50.; Handelfmeter)









Groß war die Euphorie in Aachen nach den deutlichen Siegen in der zweiten Liga und den Triumphen im UEFA-Cup. Zum ersten Mal seit langer Zeit fuhr man als klarer Favorit zu einem Auswärtsspiel. Gegner war Aufsteiger Rot-Weiß Erfurt, die mit erst 4 geschossenen Toren auf dem letzten Tabellenplatz lagen - die Alemannia hatte bereits 23 geschossen. Fraglich war allerdings, wie gut unsere Spieler die Doppelbelastung verkraften würden. Es war das dritte Spiel in sechs Tagen, und schon gegen Saarbrücken war eine gewisse Müdigkeit spürbar gewesen. Mit Verletzungen zu Hause bleiben mussten Cristian Fiel und Emil Noll, für Fiel rückte Florian Bruns in die Startformation. Ein ganz besonderes Spiel war es für Willi Landgraf, der mit seinem 480. Spiel Jo Montanes als Zweitliga-Rekordhalter ablöste und von den immerhin rund 250 mitgereisten Fans mit einer entsprechenden Choreo gefeiert wurde.
Die Alemannia schien zunächst ihrer Favoritenrolle gerecht zu werden und übernahm in der Anfangsphase das Kommando auf dem Rasen. Erik Meijer hatte nach sieben Minuten die erste Chance, als er einen Lobpass von Sergio Pinto volley nahm, aber den Ball nicht richtig traf. Etwas später scheiterte Simon Rolfes mit einem Kopfball nach Flanke von Stefan Blank an Torwart René Twardzik. Danach passte sich die Alemannia allmählich dem schwachen Niveau des Gegners an; im Spielaufbau reihte sich Fehlpass an Ballverlust. Die Gastgeber konnten zumindest kämpferisch überzeugen und erarbeiten sich Ende der ersten Halbzeit Feldvorteile. Willi Landgraf blockte eine Hereingabe von Oliver Glöden kurz vor der Torlinie ab, dann musste sich Stephan Straub bei einem 18-Meter-Flachschuss von Rudi Zedi ganz lang machen. Am Ende konnte die Alemannia froh sein, sich in die Pause gerettet zu haben.
Nach der Pause änderte sich nicht viel. Die Alemannia wirkte müde, Erfurt war bemüht aber harmlos. Wahrscheinlich hätten die Gastgeber auch noch lange ohne Torerfolg weiterspielen können, wenn man ihnen keinen Elfmeter geschenkt hätte. Der war so überflüssig wie es nur geht. Najed Braham stieg nach einem Freistoß von Markus Kreuz zum Kofball hoch, und der Ball bewegte sich fünf Meter vor dem Gehäuse von Stephan Straub parallel zur Torlinie. Alexander Klitzpera lief in den Ball und lenkte ihn zurück zu seinem Keeper, allerdings nicht mit der Brust sondern mit dem (angelegten) Unterarm. Bei Klitzperas Armhaltung kein Elfmeter, den man geben muss, aber sicher einer, den man geben kann. In jedem Fall war es eine dämlich Aktion, die das 1:0 durch den von Markus Kreuz sicher verwandelten Strafstoß nach sich zog. Erfurt zog sich nach dem 1:0 weit zurück, aber der Alemannia fehlte es an Ideen und vielleicht auch an Kraft, um dem Spiel eine Wende zu geben. Gute Ausgleichschancen gab es erst, als in der letzten Viertelstunde (u.a. mit der Hereinnahme von Chris Iwelumo) die Brechstange ausgepackt wurde. Gegen Ende flog ein hoher Ball nach dem anderen in den Erfurter Strafraum. Stefan Blank flog nach Kopfballablage von Erik Meijer am Ball vorbei und wurde dabei hart bedrängt, aber hier gab es keinen Elfmeter. Auf der anderen Seite verfehlte der eingewechselte Enrico Neitzel bei einem Konter die Entscheidung nur um wenige Zentimeter. Eine Minute vor Schluss landete ein Kopfball von Chris Iwelumo nach einem Eckball auf dem Tor statt im Tor. Dann versuchte es Simon Rolfes nach einer Flanke von Jens Scharping ebenfalls mit dem Kopf, aber René Twardzik war zur Stelle und lenkte den Ball zur Ecke. Die erwischte der aufgerückte Stephan Straub, aber der Ball flog am langen Pfosten vorbei.
Für die Alemannia war es die erste Auswärtsniederlage und die erste Niederlage, die nicht durch einen Platzverweis bedingt war. Gegen engagierte, aber nun wirklich nicht spielstarke Erfurter wäre in Normalform wesentlich mehr drin gewesen. Sollte es (wie man zeitweise den Eindruck hatte) an der Müdigkeit gelegen haben, wird es in den nächsten Tagen (wieder mit drei Spielen in acht Tagen) nicht gerade einfacher werden.



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