Fr, 27.02.04:
ALEMANNIA - SpVgg Greuther Fürth 0:0 (0:0)
Straub - Landgraf (62. Mbwando), Klitzpera, Lanzaat (38. Bediako), Brinkmann - Grlic, Paulus, Pflipsen, Fiel - Krontiris (71. Salou), Meijer
(Memmersheim - Ewertz, van der Luer, Michalke / Berger)
Neuhaus - Westermann, Reichel, Rundio, Birk - Weber, Surmann, Heller, Caillas (69. Hoffmann) - Ruman (80. Burkhardt), Feinbier
(Trainer: Möhlmann)

Zuschauer: 13309 (ca. 100 aus Fürth)
Gelb: Landgraf, Fiel - Weber, Ruman, Heller



(Foto: Thorsten/A-Team)









(Fotos: Thorsten/A-Team)

Nach zwei Heimniederlagen zum Rückrundenauftakt sollte gegen die SpVgg Greuther Fürth endlich wieder ein Heimsieg her - zumal nach dem 1:7 im Hinspiel noch eine Rechnung mit Caillas, Feinbier & Co. offen war. Mit der SpVgg war es seit dem 7:1 bergab gegangen, die Mannschaft hatte vor dem Spiel zehn Punkte weniger auf dem Konto als die Alemannia und nur zwei Punkte Abstand zu den Abstiegsrängen. Für den neuen Trainer Benno Möhlmann war es das zweite Spiel seit Amtsantritt, was der SpVgg hoffentlich nicht allzu viel neuen Schwung geben sollte. Bei der Alemannia waren bis auf die gesperrten Blank und Gomez alle wieder an Bord, auch Eric Meijer, dessen Einsatz lange fraglich gewesen war. Wie gehabt übernahm Dennis Brinkmann den Part von Stefan Blank in der Viererkette.
Wie in den vorangegangenen Heimspielen machte die Alemannia in der Anfangsphase Druck, aber keine Tore. Die erste gute Chance gab es nach fünf Minuten. Ivica Grlic brachte einen Eckball von der linken Seite in den Strafraum, den Alexander Klitzpera und sein Gegenspieler gemeinsam hoch in Richtung langer Pfosten verlängerten. Der Ball hätte sich fast unerreichbar für Sven Neuhaus in den Winkel gesenkt, sprang aber vom Pfosten ins Feld zurück - besonders viel Glück hatte die Alemannia schon in den letzten Heimspielen nicht gehabt. Etwas später legte Eric Meijer einen langen Ball von Alexander Klitzpera mit dem Kopf auf Emmanuel Krontiris ab, der direkt zum 1:0 verwandelte. Leider hatte das Schiedsrichtergespann fälschlicherweise eine Abseitsposition erkannt - überhaupt litt die Alemannia in der ersten Hälfte häufiger unter zweifelhaften Abseitsentscheidungen. Nach einer guten Viertelstunde lag Olivier Caillas zum dritten Mal auf dem Boden, aber zum ersten Mal aus gutem Grund: Gegenspieler Willi Landgraf hatte ihn wie schon im Himspiel gepflegt umgetreten und dafür die gelbe Karte gesehen. Zwei Minuten später sorgte Markus Feinbier für den ersten Torschuss der bis dahin harmlosen Spielvereinigung. Nach 20 Minuten hatte die Alemannia ihre beste Chance im ganzen Spiel. Karlheinz Pflipsen leitete einen schnellen Konter mit einem feinen Pass auf Emmanuel Krontiris ein. Der bewies zum einzigen Mal im Spiel Durchsetzungsvermögen, lief zwei Fürthern davon und legte schön quer auf Frank Paulus. Der stand in halbrechter Position frei vor dem Tor, schloss aber zu unplatziert ab, so dass Sven Neuhaus den Ball mit dem Fuß abwehren konnte. Fünf Minuten später hätte Eric Meijer die Führung erzielen müssen, setzte aber einen Kopfball nach Grlic-Ecke aus vier Metern freistehend über die Latte. Wie schon gegen Cottbus waren das die Chancen gewesen, denen man nach dem Spiel nachtrauern sollte. Mit einer Führung im Rücken wäre das Spiel sicher anders gelaufen, aber so kam leider nicht mehr viel. Der Rest der ersten Halbzeit brachte vor allem Hektik und Aufregung. So versuchte Petr Ruman (nicht zum ersten Mal) per Schwalbe einen Elfmeter zu schinden. Als die Szene geklärt war, wurde Ruman beim Zurücklaufen von Ivica Grlic geschubst, woraufhin Ruman Grlic ein Bein stellte und der zu Boden ging. Im Anschluss gab es noch eine Schubserei zwischen Willi Landgraf und Olivier Caillas. Der Schiedsrichter erkundigte sich beim Linienrichter und zeigte Ruman die gelbe Karte - seine wahrscheinlich einzige richtige Entscheidung in 90 Minuten. Fünf Minuten später wäre Erik Meijer frei durchgewesen, wurde aber wegen Abseits zurückgepfiffen, obwohl er für alle deutlich sichtbar beim Anspiel noch auf der Mittellinie gestanden hatte. Kurz vor der Pause hatte Petr Ruman mit einem Kopfball die allererste Torchance der Gäste.
Viel hatte Fürth im ersten Durchgang nicht zu bieten gehabt, aber die Mannschaft von Benno Möhlmann steigerte sich und war in der zweiten Hälfte die bessere Mannschaft. Probleme für die Alemannia gab es schon nach wenigen Sekunden, als Willi Landgraf nach einem Foul kurz vor der gelb-roten Karte stand. Jörg Berger ging ein großes Risiko, als er Landgraf bis zur 62. Minute weiterspielen ließ - bei Olivier Caillas' bestens bekannten Fallkünsten hätte er sich allzu leicht die zweite Gelbe abholen können. Fünf Minuten nach der Pause hätte sich noch einmal alles zum Guten wenden können, als Frank Paulus Erik Meijer mit einem Steilpass bediente. Noch bedrängt von einem Abwehrspieler wollte Meijer den Ball aus halbrechter Position über Sven Neuhaus heben, aber der konnte den Ball mit einer Hand zur Ecke lenken. Nach einer Stunde wurde Fürth immer stärker und hatte die Alemannia fast so gut im Griff wie im Hinspiel. Ein abgefälschter Schuss von Mathias Surmann ging am rechten Pfosten vorbei, etwas später landete ein Kopfball von Petr Ruman auf dem Tor. Nur eine Minute danach verlor Emmanuel Krontiris in der gegnerischen Hälfte den Ball, der Foulpfiff blieb aus, und Fürth konterte vorbildlich. Florian Heller marschierte über die rechte Seite und flankte auf Markus Feinbier, der am langen Pfosten frei zum Kopfball kam. Zum Glück zeigte sich Feinbier ähnlich "treffsicher" wie zu Aachener Zeiten und scheiterte erst am gut reagierenden Stephan Straub und setzte den Ball im Nachschuss ins Außennetz, obwohl Straub noch manövrierunfähig am Boden lag. Mitte der zweiten Hälfte setzte dichter Schneefall ein, und die Alemannia schien immer größere Probleme mit den Bodenverhältnissen zu haben. Während die Gäste leichtfüßig den Ball laufen ließen, konnten unsere Spieler das Leder kaum unter Kontrolle bringen. Eine Viertelstunde vor dem Ende hatte die Alemannia zur Abwechslung Glück mit dem schwachen Schiedsrichter. Die indisponierte Hintermannschaft ließ Jan Hoffmann zum Schuss kommen, Stephan Straub ließ den Ball fallen, und Petr Ruman stocherte ihn zum 0:1 über die Linie, wurde aber zurückgepfiffen. Zehn Minuten vor dem Ende hatte Ivica Grlic die letzte halbe Chance für die Alemannia, zielte aber aus 17 Metern genau in die Arme des Torhüters. Ansonsten ging vorne kaum etwas, der eingewechselte Bachirou Salou wurde einige Male angespielt, konnte sich aber auf dem Boden kaum auf den Beinen halten geschweige denn die Anspiele sinnvoll verwerten. Fünf Minuten vor Schluss ging es im Aachener Strafraum endgültig drunter und drüber. Stephan Straub wehrte einen gefährlichen Schuss von Mathias Surmann zur Seite ab. Cristian Fiel reagierte viel zu langsam, und Stephan Straub musste vor dem einschussbereiten Florian Heller retten. Christian Weber kam an den Ball und wurde vom ungestümen Dennis Brinkmann zu Fall gebracht. Wieder hatte die Alemannia Glück mit dem Schiedsrichter, der im dichten Schneetreiben wahrscheinlich ohnehin nichts mehr erkennen konnte. Stephan Straub rettete schließlich ein zweites Mal vor Florian Heller. Die Alemannia war mittlerweile völlig von der Rolle, der Ball wurde meist schon in der eigenen Hälfte verloren. So konnte man fast froh sein, dass der Schiedsrichter das Spiel zu früh abpfiff.
Die Alemannia scheint den Fürthern zu liegen, die Spielvereinigung war die bisher erste Mannschaft in dieser Saison, die die Alemannia auf eigenem Platz dominieren und unter Druck setzen konnte. Insgesamt konnte die Alemannia in den letzten fünf Jahren bei einem Torverhältnis von 6:17 nur eins von zehn Spielen gegen Fürth gewinnen. Damit blieb die Alemannia (Geister- und Pokalspiele ausgenommen) im vierten Heimspiel in Folge ohne Torerfolg und verpasste die Chance, noch einmal den Anschluss an die Aufstiegsränge herzustellen.

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