Fr, 22.04.05:
Rot-Weiss Essen - ALEMANNIA 0:2 (0:1)
Renno - Haastrup (56. Lintjens), Ristau, Kück, Sidney - Bilgin, Kaluzny (81. Calik), Yildirim, Goldbaek - Kioyo, Foldgast
(Wulnikowski - Schwarz, Gaede, Karlsson, Larsen / Gelsdorf)
Nicht - Landgraf (80. Reghecampf), Stehle (48. Casper), Sichone, Noll - Plaßhenrich, Fiel, Schlaudraff - Pinto (36. Michalke), Gomez, Meijer
(Hesse - Paulus, Petrovic, Scharping / Hecking)

Zuschauer: 16310 (ca. 2500 aus Aachen)
Gelb: Kaluzny, Sidney, Kioyo - Stehle
Gelb-Rot: Casper (77.; wiederholtes Foulspiel)

0:1 Meijer (9.; Pinto)
0:2 Noll (60.; Michalke)





(Fotos: Richard)















(Foto: Richard)

Mit nur noch geringen Hoffnungen auf den Aufstieg konnte die Alemannia in Essen relativ befreit aufspielen. Anders die Gastgeber: Eine Niederlage konnte sich der RWE im Abstiegskampf kaum leisten. Dummerweise kam auch noch vor dem Spiel die Meldung, dass Erwin Koen (der mit Muskelfaserriss auf der Tribüne saß) zur Alemannia wechseln wird. Trotz der Brisanz blieben größere Zwischenfälle zwsichen Bahnhof Bergeborbeck und Georg-Melches-Stadion aus. Nervtötend waren nur die Essener Ordner, die Rucksäcke einkassierten und dafür noch nicht einmal Nummern austeilten.
Die Alemannia hatte mit unveränderten Verletzugnssorgen zu kämpfen: In Abwesenheit von Stephan Straub, Alexander Klitzpera, Dennis Brinkmann, Simon Rolfes, Florian Bruns und Chris Iwelumo rückte wie schon gegen Duisburg Amateur Mirko Casper in den Kader, und Kristian Nicht bestritt sein erstes Spiel von Anfang an. Sergio Pinto rückte wieder für den zuletzt schwachen Laurentiu Reghecampf in die Startformation.
Das Spiel verlief unerwartet einseitig. Essen bot von der ersten Minute an eine unterirdische Leistung, und unsere Mannschaft trat so dominant auf wie auswärts bisher nur in Trier. Die Zweikämpfe wurden meistens gewonnen, und der Ball lief zeitweise ähnlich flüssig durch die eigenen Reihen wie in der Hinrunde. Die Gastgeber hatten nur sehr wenig entgegenzusetzen und zeigten sich vor allem bei Standardsituationen völlig überfordert. Nach knapp zehn Minuten verlängerte Erik Meijer einen Freistoß von Sergio Pinto auf Emil Noll, dessen Kopfball die Latte des Essener Tores traf. Torwart Renno war noch am Ball gewesen, so dass es Ecke von der linken Seite gab. Wieder erwischte Erik Meijer den von Sergio Pinto getretenen Ball, und Philipp Haastrup fälschte den Ball unglücklich zum frühen 0:1 ins eigene Netz ab. Wenig später verfehlte ein Volleyschuss von Sergio Pinto aus gut 20 Metern sein Ziel nur knapp. Auf der anderen Seite hatten die Gastgeber immerhin eine ganz dicke Ausgleichschance. Ramazan Yildirim setzte sich auf der linken Seite gegen RWE-Urgestein Willi Landgraf durch, und in der Mitte stolperten Peter Foldgast und Moses Sichone den Ball aus kurzer Distanz gemeinsam in die Arme von Kristian Nicht. Das sollte die einzige brenzlige Situation bleiben, die Alemannia hätte in der Folgezeit eine höhere Führung herausschießen können. So verlängerte Erik Meijer eine weitere Pinto-Ecke ins lange Eck, wo Sidney den Ball unter die eigene Latte köpfte. Der Ball sprang zurück ins Feld, wo Thomas Stehle im Nachschuss nur irgendeinen Rücken traf. Zehn Minuten vor der Pause schickte Sergio Pinto vorbei an der Essener Abseitsfalle Daniel Gomez steil. Der hatte in halbrechter Position freie Bahn, legte sich aber den Ball zu weit vor. Schlimmer als die vergebene Chance, war die Verletzung, die sich Sergio Pinto in dieser Situation zuzog; Radoslaw Kaluzny hatte von hinten zugetreten.
Für Pinto kam Kai Michalke ins Spiel, kurz nach dem Wechsel folgte Mirko Casper für den ebenfalls angeschlagenen Thomas Stehle. Ansonsten änderte sich das Bild auf dem Rasen nicht viel. "Wir wollen euch kämpfen sehen" wurde immer wieder aus dem Heimblock ohne erkennbares Resultat angestimmt. Daniel Gomez scheiterte aus 20 Metern an Torwart Renno, bevor nach einer Stunde wieder nach einer Ecke die Vorentscheidung fiel. Emil Noll köpfte die von Kai Michalke getretene Ecke zum 0:2 ins Netz. Gegen desolate Gastgeber hätte der Sieg in der restlichen Spielzeit noch höher ausfallen können. Daniel Gomez schoss nach schöner Kombination über Cristian Fiel und Kai Michalke über das Tor, dann setzte Kai Michalke den Ball nach Anspiel von Cristian Fiel am kurzen Pfosten vorbei. Eine Viertelstunde vor dem Ende folgte leider noch nach der Verletzung von Pinto die zweite schlechte Nachricht für das folgende Spiel gegen Cottbus. Der bereits verwarnte Mirko Casper musste bei seinem ersten Zweitligaeinsatz Lehrgeld zahlen, verlor den Ball an der Seitenlinie gegen Francis Kioyo und wusste sich nur mit einem Foul zu helfen. Damit war sein Einsatz nach 29 Minuten schon wieder beendet, aber auch zehnt hatte die Alemannia keine Mühe, den Sieg nach Hause zu schaukeln. Entsprechend war im Gästeblock in den letzten Minuten Party angesagt.
Wie schon 1998 hat die Alemannia den RWE dem Abstieg im eigenen Stadion einen großen Schritt näher gebracht. Damit bleibt man zwar oben dran, hat aber nach dem gleichzeitigen Sieg von Frankfurt über Trier weiterhin nur noch eine Minimalchance auf den Aufstieg.



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