Mo, 20.02.06:
ALEMANNIA - Energie Cottbus 0:0 (0:0)
Nicht - Pinto, Klitzpera, Sichone, Noll - Plaßhenrich, Reghecampf (68. Casper), Rösler, Fiel - Ebbers, Meijer (73. Bruns)
(Straub - Stehle, Heidrich, Sukalo, Koen / Hecking)
Piplica - da Silva, McKenna, Berhalter, Sidney - Rost (65. Gomez), Bandrowski, Radu (85. Sahin), Gunkel, Ziebig (90. Baumgart) - Kioyo
(Thoms - Hysky, Jungnickel, Dworrak / Sander)

Zuschauer: 16515 (ca. 100 aus Cottbus)
Gelb: Ebbers, Noll, Pinto - Ziebig, Berhalter, Gunkel







Alle hatten am Wochenende für die Alemannia gespielt, und die Alemannia hatte beim Heimspiel gegen Cottbus die Chance, sich weiter abzusetzen.
Ohne den gesperrten Jan Schlaudraff lief erstmal das Sturmduo Meijer/Ebbers auf; hinten links erhielt Emil Noll den Vorzug vor Mirko Casper. Dieter Hecking hatte im Laufe der Woche einen "Hexenkessel" gefordert, allerdings bedeuteten 16515 Zuschauer bei Schneeregen und Liveübertragung erst einmal Saisonminusrekord. Diese machten aber in den ersten Minuten mächtig Lärm, und die Alemannia legte in der Anfangsphase ein entsprechend hohes Tempo vor.
Cottbus machte unter Druck nicht den sichersten Eindruck; allen voran Tomislav Piplica wirkte, als warte er nur auf die Gelegenheit zum Eigentor - nach sechs Minuten schoss er Marius Ebbers an und säbelte im Anschluss den eigenen Mitspieler um. Zehn Minuten waren gespielt, als die Alemannia das verdiente 1:0 erzielte... leider versagte der Schiedsrichter dem Tor die Anerkennung. Cristian Fiel hatte im Anschluss an einen Freistoß vom Sechzehner ins rechte Eck getroffen, aber Emil Noll hatte vor der Nase von Piplica im Abseits gestanden. Das wertete der Schiedsrichter nicht ganz zu Unrecht als aktives Abseits, obwohl bei Piplicas Umherirren in den ersten Minuten eine zusätzliche Irritation kaum möglich gewesen wäre. Nicht nur in dieser Szene kam Hektik auf, aufkommender Spielfluss wurde allzu oft vom kleinlich pfeifenden Schiedsrichter zunichte gemacht. Der anfängliche Schwung der Alemannia ließ allmählich nach, und die Gästeabwehr hatte das Geschehen meistens im Griff. Cottbus war lange Zeit höchstens bei Standardsituationen gefährlich; Kristian Nicht hatte auf glattem Untergrund Mühe mit einem Freistoß von Daniel Gunkel. Auf der anderen Seite schoss Sergio Pinto aus aussichtsreicher Position Laurentiu Reghecampf an. Die Gäste waren schon in der ersten Halbzeit dankbar für jede Gelegenheit, einige Sekunden zu schinden. Kurz vor dem Wechsel wälzte sich Daniel Ziebig nach Foul von Sergio Pinto am Boden und wurde von zwei Betreuern zur Seitenlinie vor die Überdachte begleitet. Während Ziebig ein Stück Rasen in Richtung pöbelnder Zuschauer trat, hob der Cottbusser Betreuer mit der Wolfgang-Wolf-Frisur ein Feuerzeug vom Boden auf, das nicht annähernd irgendjemand getroffen hatte, und präsentierte es dem Schiedsrichter. Der ermahnte mit dem Pausenpfiff noch Emil Noll, der als Reaktion auf den zur Unzeit erfolgten Abpfiff den Ball seine Richtung geschossen hatte.
In der zweiten Halbzeit fand die Alemannia kaum ein Mittel, gefährlich vor das Gästetor zu kommen; das Fehlen von Jan Schlaudraff machte sich stärker bemerkbar als gedacht. Von "Hexenkessel" konnte im übrigen immer weniger die Rede sein, im Gegenteil wurden ohnehin unsichere Spieler wie Emil Noll durch mit ungelduldigem Raunen bedachte Fehlpässe weiter verunsichert. Für die einzige nenneswerte Gelegenheit der Alemannia sorgte Tomislav Piplica, der einen Distanzschuss von Sergio Pinto ungelenk über die Latte lenkte. In zwei Szenen konnte die Alemannia froh sein, nicht in Rückstand zu geraten. Sergio Pinto musste nach einer Cottbusser Ecke gleich zweimal auf der Linie retten, der erste Ball war per Flugkopfball vom eigenen Mann, Erik Meijer gekommen. Dann trat Moses Sichone am Strafraumeck über den Ball, und Sergiu Radu stand in halblinker Position frei vor Kristian Nicht, der gut den Winkel verkürzte und zumindest den einen Punkt festhielt. Drei Heimspiele hatte die Alemannia schon durch späte Tore gewonnen, und fast hätte es wieder geklappt. Marius Ebbers grätschte den Ball in der Nachspielzeit Kevin McKenna von den Füßen, aber der Ball kullerte am rechten Pfosten vorbei. In der 93. Minute gab es noch einmal Eckball; Emil Noll verlängerte den Ball in Richtung Tor, zwei Cottbusser klärten auf der Linie, und es wurde vergebens (und zu Unrecht) Tor reklamiert.
Das Unentschieden geht in Ordnung, die Alemannia blieb größtenteils zu harmlos. Auf der anderen Seite hat man nicht zu viel riskiert, stets die Ordnung bewahrt und so immerhin einen Punkt behalten. Bei der derzeitigen Tabellensituation kann man damit sicher leben, auch wenn man die Chance verpasst hat, den Vorsprung zu vergrößern.

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