Fr, 19.09.03:
ALEMANNIA - MSV Duisburg 2:1 (2:0)
Straub - Landgraf (72. Bayock), Klitzpera, Lanzaat, Blank - Grlic, Paulus, Pflipsen, Michalke (56. Brinkmann) - Krontiris (90. Bediako), Meijer
(Memmersheim - Ewertz, Mbwando, Gomez / Berger)
Langerbein - Wolters, Schröder, Drsek, Hirsch - Keidel, Maas (84. Caca), Peschel (59. Grujew), Kurth, Bugera - Keidel, Spizak (78. Kazior)
(Beuckert - Kruse, Oswald, El Kasmi / Meier)

Zuschauer: 12158 (ca. 1000 aus Duisburg)
Gelb: Grlic, Klitzpera, Landgraf, Blank, Bayock - Bugera, Maas, Wolters

1:0 Meijer (11.; Pflipsen, Blank)
2:0 Klitzpera (36.; Grlic)
2:1 Bugera (64.)



Nach dem 7:1 in Fürth stand die Alemannia beim Heimspiel gegen den MSV Duisburg gehörig unter Druck. Immerhin waren trotz des katastrophalen Auftrittes in der Vorwoche mehr als 12000 Zuschauer im Stadion und machten Stimmung, als wäre nichts gewesen. Auch Quido Lanzaat, nach seinem Fehler zum 2:0 in Fürth ausgewechselt, lief wie selbstverständlich wieder auf. Nur George Mbwando blieb auf der Bank, dafür rückte Ivica Grlic auf die Position im zentralen Mittelfeld hinter Karlheinz Pflipsen, und Frank Paulus begann im rechten Mittelfeld.
Die Alemannia trat wie erwartet ganz anders auf als fünf Tage vorher im Playmobil-Stadion. Mit einer konzentrierten und engagierten Leistung wurde der Gegner unter Druck gesetzt. Erik Meijer gab aus 17 Metern einen ersten Warnschuss ab, den Dirk Langerbein nach vorne abprallen ließ, wo Emmanuel Krontiris allerdings im Abseits stand. Nach zehn Minuten leitete ein Einwurf von Stefan Blank das 1:0 ein. Die Duisburger Kopfballabwehr leitete Karlheinz Pflipsen direkt weiter zurück auf Stefan Blank. Der flankte präzise auf Erik Meijer, der sich im Kopfballduell gegen Rouven Schröder durchsetzte und zur Führung in die kurze Ecke traf. Mitte der ersten Halbzeit kam der MSV zum ersten Mal gefährlich vor das Aachener Tor. Nach Flanke von Peter Peschel stieg Rouven Schröder dieses Mal höher als Erik Meijer und köpfte knapp rechts vorbei. Wenig später scheiterte auch Ex-Alemanne Miroslaw Spizak mit einem Kopfball. Die besseren Chancen hatte aber die Alemannia: Erik Meijer legte vor auf Stefan Blank, von dem auf der linken Seite viel Gefahr ausging. Blank legte zurück auf Kai Michalke. Der hätte das Tor eigentlich machen müssen, aber Dietmar Hirsch rettete für seinen geschlagenen Torwart auf der Linie. Kurz darauf war es dann doch passiert, Alexander Klitzpera brachte aus kurzer Distanz eine Ecke von Ivica Grlic zum 2:0 über die Linie. Auf der Gegenseite verpassten Markus Kurth und Miroslaw Spizak bei einem Getümmel vor dem Aachener Tor den Anschlusstreffer. Erik Meijer hätte die Partie noch vor der Pause entscheiden können, als er nach Flanke von Frank Paulus aus vier Metern frei zum Kopfball kam. Wenn sich das nicht rächen sollte...
Die erste gute Chance nach dem Wechsel hatte Miroslaw Spizak, der nach einer Flanke von Ralf Keidel im Kopfballduell Willi Landgraf übersprang. Stephan Straub lenkte den Kopfball mit einer Klasse-Reaktion über die Latte. Die Alemannia erspielte sich weiterhin gute Möglichkeiten. Je schöner sie herausgespielt wurden, desto fahrlässiger wurden sie vergeben. So bediente Willi Landgraf mit einem herrlichen Diagonalpass Eric Meijer. Der ließ abtropfen auf Karlheinz Pflipsen, der aus 14 Metern aus aussichtsreicher Position an Torwart Langerbein scheiterte. Die größte Chance zum 3:0 vergab Erik Meijer, der nach langem Abschlag von Stephan Straub plötzlich alleine auf Dirk Langerbein zulief. Meijer entschied sich genau falsch, versuchte, aus vollem Lauf, den Ball über den Torwart zu heben, und hob den Ball über das Tor. Es kam, wie es kommen musste: die Alemannia bekam den Ball nicht aus dem Strafraum, und Alexander Bugera traf zum 2:1. Somit durfte noch eine halbe Stunde gezittert werden, und dabei hätte es schon längst 3:0 stehen müssen. Bei der Alemannia schienen nun die Kräfte nachzulassen, während der MSV zunehmend auf den Ausgleich drängte. Ganz große Ausgleichschancen blieben zum Glück aus, während die Alemannia in mehreren Szenen die Entscheidung auf dem Fuß hatte. So etwa Karlheinz Pflipsen, der per Körpertäuschung einen Gegenspieler ausschaltete, dann aber den Ball rechts am Pfosten vorbeischob. Sieben Minuten vor Schluss tauchte Stefan Blank nach Vorarbeit von Thierry Bayock halblinks vor Langerbein auf, konnte den Duisburger Torwart aber nicht überwinden. Kurz vor Schluss kam der Gast mit einigen Standardsituation noch einmal gefährlich vor das Aachener Tor, und ein Kopfball ging verdammt nah am Pfosten vorbei. Ivica Grlic vergab in der Nachspielzeit die letzte Kontergelegenheit, dann war endlich Schluss.
Im Stadion wurde gefeiert, das 7:1 von Fürth schien vergessen zu sein. Nicht ganz so gut gelaunt waren die Gästefans, die zu Beginn des Spiels noch "Absteiger" gerufen hatten und die Gedenkminute für einen verstorbenen Geschäftsstellenmitarbeiter mit "Greuther Fürth"-Rufen gestört hatten. Bleibt zu hoffen, dass die Mannschaft nicht glaubt, sie hätte mit dem Spiel die Klatsche von Fürth vergessen gemacht und könne es in Lübeck wieder etwas ruhiger angehen lassen...

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