Mi, 17.12.03:
ALEMANNIA - Karlsruher SC 0:0 (0:0)
Straub - Landgraf (76. Ewertz), Klitzpera, Lanzaat, Blank (61. Bediako) - Grlic, Paulus (73. Mbwando), Pflipsen, Brinkmann - Meijer, Krontiris
(Memmersheim - van der Luer / Berger)
Fischer - Kies (92. Zepek), Eggimann, Stoll, Dick - Hassa, Engelhardt, Trares (12. Rothenbach), Männer - Casey, Ouakili (82. Cetin)
(Walter - Becker, Kascelan, Schmitt / Köstner)

Zuschauer: 13303 (ca. 300 aus Karlsruhe)
Gelb: Männer, Casey, Dick



Nach den Ergebnissen vom Dienstag fand sich die Alemannia plötzlich auf dem sechsten Tabellenplatz wieder - und das als rechtmäßiger Tabellenführer. Bei einer Niederlage gegen den KSC hätte man als Sechster überwintert - oder im Falle der Aberkennung der Bielefeld-Punkte noch schlechter. Immerhin waren zum letzten Spiel der Hinrunde wieder alle Spieler an Bord, nachdem der gelbgesperrte Ivica Grlic in Ahlen an allen Ecken und Enden gefehlt hatte.
Der KSC erwies sich als unbequemer Gegner, der sich weit zurückzog und der Alemannia das Mittelfeld überließ, dabei aber sehr gut in der Defensive stand und kaum Chancen zuließ. Die erste richtig gute Torgelegenheit hatte dann sogar der KSC: Nach einem langen Ball von Marco Engelhardt verschätzte sich Alexander Klitzpera, und Abderrahim Ouakili erreichte den Ball mit der Fußspitze und hob ihn über Stephan Straub in Richtung Tor. Zum Glück war Klitzpera nun zur Stelle und klärte. Die erste nennenswerte Szene für die Alemannia hatte Emmanuel Krontiris, der nach Kopfballablage von Erik Meijer aus 18 Metern an Torwart Martin Fischer scheiterte. Alexander Klitzpera hatte mit einem Kopfball nach Freistoß von Ivica Grlic die nächste Chance. Dann lief Emmanuel Krontiris nach Steilpass von Ivica Grlic auf das Karlsruher Tor zu, wurde aber noch von hinten von Martin Stoll abggrätscht. So blieb es bis zur Pause wie schon gegen Nürnberg und Oberhausen beim 0:0.
In der zweiten Hälfte konnte einem zunächst Angst und Bange werden, denn der KSC war plötzlich die wesentlich wachere und gefährlichere Mannschaft. Ivica Grlic läutete mit einem Ballverlust in der gegnerischen Hälfte die größte Chance des Spiels ein. Marco Engelhardt bediente auf der rechten Seite Christian Hassa. Der legte direkt quer auf Jan Männer, der aus zwölf Metern nur den Innenpfosten traf - die meisten hatten den Ball schon im Tor gesehen. Während Jörg Berger an der Seitenlinie gut sichtbar tobte, fing sich die Alemannia bis zur 60. Minute allmählich. Nach Hereingabe von Stefan Blank profitierte Emmanuel Krontiris von einem Ausrutscher von Martin Stoll und kam frei zum Schuss, setzte diesen aber - wie mehrmals in diesem Spiel - viel zu lasch an. Nach gut einer Stunde scheiterte Ivica Grlic mit einem direkten Freistoß aus 20 Metern an Torwart Fischer. Dann ließ Karlheinz Pflipsen einmal sein Genie aufblitzen, ließ zwei Karlsruher stehen und spielte wieder Emmanuel Krontiris frei. Dem rutschte der Ball über den Fuß, und wieder war eine gute Chance dahin. Wenig später stürzte Ivica Grlic in vielversprechender Position in eine Hereingabe von Karlheinz Pflipsen und kam dabei zu Fall - der Elfmeterpfiff blieb aus. Die nächste Chance hatte Karlheinz Pflipsen, dem nach Flanke des eingewechselten Fabian Ewertz der Ball versprang. Die letzte Chance, doch noch den Siegtreffer zu erzieln, hatte Erik Meijer, als Martin Fischer eine Flanke von Fabian Ewertz vor seine Füße fallen ließ. Meijer hielt schnell den Fuß hin, aber der Ball ging drüber, und es blieb am Ende beim enttäuschenden 0:0.
Damit ist die Alemannia zwar weiterhin auf dem Tivoli ungeschlagen und seit nunmehr fünf Heimspielen ohne Gegentor, verpasste aber den Sprung an die Tabellenspitze. Einigen Spielern war die Müdigkeit nach der schweren Hinrunde doch deutlich anzumerken. Gerade das Sturmduo Erik Meijer und Emmanuel Krontiris wirkte schon einmal frischer als gegen Karlsruhe. Auch Stefan Blank und vor allem Frank Paulus haben schon bessere Spiele gezeigt. Die Winterpause wird der Mannschaft sicherlich gut tun, leider überwintert man bestenfalls auf Platz 4, nachdem man lange oben gestanden hatte. Bei negativem Ausgang der Gomez-Verhandlungen würde man sogar auf Platz 6 zurückfallen - ein eher deprimierendes Ende einer sportlich herausragenden Hinrunde.

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