So, 15.05.05:
Wacker Burghausen - ALEMANNIA 2:3 (0:1)
Gospodarek - Wiesinger, Hertl, N. Herzig, Drescher - Fink, Kazior (67. Oslislo), Schmidt, Geißler - Krejci, Younga-Mouhani
(Kern - Bonimeier, Forkel, Paul / Schupp)
Nicht - Stehle, Klitzpera, Sichone, Noll - Plaßhenrich, Rolfes, Fiel (65. Reghecampf) - Schlaudraff (76. Bruns), Gomez, Scharping
(Hesse - Brinkmann, Paulus, Michalke / Hecking)

Zuschauer: 5085 (ca. 250 aus Aachen)
Gelb: Geißler - Sichone, Noll, Fiel, Stehle

0:1 Sichone (41.)
0:2 Stehle (56.)
1:2 Krejci (59.)
2:2 Younga-Mouhani (67.)
2:3 Bruns (92.)









(Foto: Richard)





(Foto: Richard)

Ohne echte Chance auf den Aufstieg fuhr die Alemannia zum zweiten weiten Auswärtsspiel innerhalb einer Woche. Trotz der Entfernung waren dank des günstigen Pfingst-Termins gut 250 Fans mitgereist.
Die Alemannia musste kurzfristig auf Erik Meijer verzichten, für ihn stürmte Jens Scharping. Thomas Stehle ersetzte den verletzten Willi Landgraf auf der rechten Abwehrseite, im Abwehrzentrum spielte Alexander Klitzpera wieder von Beginn an.
Es entwickelte sich ein munteres Spiel, die Alemannia zeigte sich gegenüber dem 0:3 in München deutlich verbessert. Nach knapp zehn Minuten ließ Emil Noll nacheinander vier Burghausener aussteigen, setzte den Ball aber letztendlich am langen Pfosten vorbei. Etwas später überlief Daniel Gomez Björn Hertl und legte quer auf Jens Scharping. Der hatte viel Platz, ließ sich aber zu viel Zeit damit, den Ball von einem Fuß auf den anderen zu legen und scheiterte ebenso an Uwe Gospodarek wie Reiner Plaßhenrich im Nachschuss. Anders als noch in München sollten sich die vergebenen frühen Chancen nicht rächen, da es die Gastgeber auf der anderen Seite auch nicht besser machten. Kristian Nicht lenkte einen gefährlichen 20m-Schuss von Michael Wiesinger um den rechten Pfosten. Dann wurde Mark Krejci mit einem tollen Pass von Rafael Kazior bedient, scheiterte aber mit dem Versuch eines Hebers am gut postierten Kristian Nicht. Fünf Minuten vor dem Wechsel brachte eine Ecke die Führung der Alemannia. Thomas Stehle verfehlte den von Jens Scharping in den Fünfer getretenen Ball mit dem Kopf, aber Moses Sichone war am langen Pfosten zur Stelle, und schoss den Ball zum 0:1 in die Maschen. Noch vor der Pause hätte Daniel Gomez nach Querpass von Jan Schlaudraff auf 0:2 erhöhen können, setzte den Ball aber knapp am rechten Lattenkreuz vorbei.
1:0 führte Frankfurt zur Pause in Cottbus, und eine gewisse Hoffnung auf eine Wende im Stadion der Freundschaft bestand noch.
Die Alemannia tat weiter ihren Teil. Nach Vorarbeit von Daniel Gomez und Cristian Fiel fand sich Jens Scharping wieder völlig frei vor dem Tor wieder, setzte den Ball aber dieses Mal über die Latte. Präziser als im Abschluss war Scharping beim Treten von Eckbällen; einen verwertete Thomas Stehle zehn Minuten nach dem Wechsel per Kopf zum 0:2. Nach der scheinbaren Vorentscheidung konnte man sich vermehrt Handy und/oder Anzeigetafel widmen. Von dort kam allerdings nichts Gutes: Frankfurt legte schnell zwei weitere Tore nach, die die letzten Hoffnungen beseitigten und dem Geschehen auf dem Rasen die Bedeutung nahmen. So war man den Rest des Spiels auch zu sehr mit dem Nachtrauern verlorener Spiele wie gegen Ahlen oder Unterhaching beschäftigt, um sich ernsthaft darüber zu ärgern, dass die sicher geglaubte Führung wieder aus der Hand gegeben wurde. Das erste Gegentor fiel wieder einmal, als irgendjemand trotz wiederholter Warnungen meinte, "Everywhere we go" anstimmen zu müssen; Marek Krejci verwandelte eine Hereingabe von Rafael Kazior zum 1:2. Dann fiel der insgesamt recht merkwürdig pfeifende Schiedsrichter auf einen plumpen Faller eines Burghauseners nahe der Eckfahne herein, und der anschließende Freistoß brachte das 2:2. Kristian Nicht konnte den Kopfball von Nico Herzig mit einem Reflex gegen die Latte lenken, aber Younga-Mouhani war im Nachsetzen zur Stelle. Wacker hatte nun Oberwasser und wäre um ein Haar in Führung gegangen, aber Marek Krejci traf nach langem Ball von Ronald Schmidt nur den rechten Pfosten. Burghausen hatte weitere Chancen zum Siegtreffer, eine vereitelte Kristian Nicht mit einer Glanztat. Auf der Gegenseite verpasste Laurentiu Reghecampf kurz vor dem Ende nach Flanke von Florian Bruns die erneute Führung, bevor in der Nachspielzeit eine weitere Co-Produktion der beiden eingewechselten Spieler doch noch den Siegtreffer brachte. Reghecampf bediente Bruns mit einem Lobpass über die Abwehr, und Bruns traf mit etwas Glück durch die Beine von Gospodarek zum 2:3.
Die Alemannia hatte ein gutes und unterhaltsames Zweitligaspiel am Ende glücklich für sich entschieden. Leider war der Sieg nur ein Trostpflaster für den verpassten Aufstieg. Der wäre durchaus drin gewesen, wenn die Mannschaft in jedem Spiel der Rückrunde so engagiert aufgetreten wäre wie in Burghausen. Statt Vorfreude auf samstägliche Ausflüge nach Schalke, Dortmund oder Leverkusen lautet die Devise damit ab sofort wieder: Geld, Urlaubstage und Nerven sparen für die kommenden Montags- und Freitagsspiele in Burghausen, München, Unterhaching, Freiburg, Cottbus, Dresden, Aue, Rostock, Lübeck...



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