So, 15.02.04:
ALEMANNIA - Energie Cottbus 0:2 (0:1)
Straub - Landgraf, Klitzpera, Bediako (71. Mbwando), Blank - Brinkmann, Paulus (46. Michalke), Pflipsen, Fiel (78. Ewertz) - Krontiris, Meijer
(Memmersheim - van der Luer, Bayock / Berger)
Piplica - da Silva, Beeck, Berhalter, Nikol - Rost, Reghecampf, Latoundji (74. Ogungbure), Löw - Kaufman (64. Vagner), Tanque Silva (89. Iordache)
(Thoms - Anfang, Schöckel, Bandrowski / Geyer)

Zuschauer: 15827 (ca. 200 aus Cottbus)
Gelb: Pflipsen, Klitzpera, Mbwando - Berhalter, Reghecampf, Beeck
Gelb-Rot: Löw (82.; wiederholtes Foulspiel)
Rot: Blank (75.; grobes Foulspiel)

0:1 Tanque Silva (41.)
Pflipsen schießt Foulelfmeter neben das Tor (63.; Meijer)
0:2 Vagner (65.)



(Foto: Thorsten/A-Team)











(Fotos: Thorsten/A-Team)

Nach den zwei Niederlagen zum Rückrundenauftakt mussten für die Alemannia im Spitzenspiel gegen Cottbus unbedingt drei Punkte her, um nicht frühzeitig den Anschluss zu verlieren. Dabei kam erschwerend hinzu, dass mit Ivica Grlic und Quido Lanzaat zwei Stammspieler ausfielen. Für Lanzaat spielte Edwin Bediako im Abwehrzentrum. Die Position von Grlic im defensiven Mittelfeld übernahm Dennis Brinkmann, während Frank Paulus auf der rechten Seite begann. Bei Cottbus fiel Torwart Koch aus, so dass der Einsatz von Fliegenfänger Tomislav Piplica Hoffnungen auf geschenkte Tore machte.
Die Alemannia setzte den Gegner in der Anfangsphase auch mächtig unter Druck, versäumte es aber (gerade auf dem nassen Boden) den unsicheren Cottbusser Torwart unter Beschuss zu nehmen. Stattdessen wollte man den Ball immer wieder ins Tor tragen und spielte oft einen Querpass zu viel. Cottbus machte derweil da weiter, wo sie beim "Würge-Spiel" vor vier Jahren aufgehört hatten und unterbanden jeden zweiten Aachener Angriff mit einem Foul. Schon der erste vielversprechende Doppelpass zwischen Krontiris und Meijer wurde durch einen Trikotzupfer beendet. Nach drei Minuten hätte es schon 1:0 stehen können, als Tomislav Piplica nach einer Ecke von Emmanuel Krontiris daneben griff und erst Dennis Brinkmann den Ball aus vier Metern mit den Kopf nicht im Tor unterbringen konnte und dann Eric Meijer am langen Pfosten aus kürzester Distanz ein Cottbusser Abwehrbein auf der Torlinie anschoss. Fünf Minuten später hatte Cristian Fiel nach Flanke von Willi Landgraf und Kopfballablage von Eric Meijer das 1:0 auf dem Fuß, schoss aber aus 12 Metern in die Wolken. Nach knapp 20 Minuten nahm Frank Paulus eine lange Flanke von Eric Meijer volley, traf den Ball aber nicht voll. Zwei Minuten später köpfte Alexander Klitzpera den Ball nach Krontiris-Ecke knapp am linken Pfosten vorbei. Wenn die Alemannia in dieser Phase die jetzt schon überfällige Führung erzielt hätte, wäre sicherlich einiges anders gelaufen, aber so nahm das Unheil wie schon gegen Burghausen seinen Lauf. Die Gäste befreiten sich allmählich von der Aachener Umklammerung und kamen nach 25 Minuten erstmals gefährlich vor das Tor von Stephan Straub. Im Anschluss an einen Zweikampf zwischen Laurentiu Reghecampf und Alexander Klitzpera prallte der Ball zu Jiri Kaufman, der sträflich frei stand, aber am reaktionsschnellen Straub scheiterte. Das Spiel verflachte und wurde nur hin und wieder durch den fröhlich pöbelnden Ede Geyer aufgelockert. Fünf Minuten vor der Pause fiel das entscheidende Tor für die Gäste. Laurentiu Reghecampf legte den Ball nach links auf Timo Rost. Dessen Flanke erreichte Tanque Silva (der zwei Minuten vorher noch schwerverletzt vom Platz gehumpelt war) vor seinem Bewacher Stefan Blank, und es stand 0:1. Die Alemannia war nach dem Tor völig von der Rolle. Edwin Bediako verlor am Sechzehner den Ball an Laurentiu Reghecampf, der frei vor Stephan Straub noch einmal zurücklegte auf Zsolt Löw. Dessen Schuss konnte Straub mit etwas Glück über die Latte lenken. Sekunden später bediente Tanque Silva Laurentiu Reghecampf, der aus halbrechter Position völlig freistehend danebenschoss. Die Alemannia hatte Glück, dass erst einmal Halbzeit war und man sich nicht noch vorher das 0:2 gefangen hatte.
Zur Pause kam Kai Michalke für den schwachen Frank Paulus. Die Alemannia versuchte ihr Bestes, aber wie schon gegen Burghausen sah das alles wenig zwingend aus. Der frei durchgebrochene Cristian Fiel wurde im letzten Moment noch von hinten gebremst. Etwas später zielte Stefan Blank mit einem harten Freistoß aus 17 Metern etwas zu genau auf den Torwart, der noch die Hände hochbekam. Im Nachsetzen war es Erik Meijer, der den Ball völlig freistehend in die Mitte des Tores köpfte, wo Piplica wieder rechtzeitig die Arme hochbekam. Bei allem Ungeschick sollte vielleicht ein Gastgeschenk helfen: Bei einer Ecke von Karlheinz Pflipsen wurde Erik Meijer von Christian Beeck umgerissen, und es gab Elfmeter. Wenn der dringewesen wäre, hätten leicht noch drei Punkte herausspringen können, aber es passte zum Spiel, dass Karlheinz Pflipsen den Ball links am Tor vorbeischob. Wäre der Ball nicht vorbeigegangen, hätte ihn der Torwart gehalten - ein eklatant schwach geschossener Elfmeter und der dritte von sechs Elfern in dieser Saison, der vergeben wurde. Von dem Schock erholte sich die Alemannia nicht mehr. Zwei Minuten nach dem Elfmeter nutzte der gerade erst eingewechselte Robert Vagner den reichlichen Platz, den er bei einem Konter hatte, und traf aus 25 Metern zum 0:2 ins linke Toreck. Damit war die Sache gelaufen. Schlimm genug, dass die Punkte weg waren, aber die Mannschaft schwächte sich auch noch für die nächsten Spiele, als Stefan Blank nach einem Frustfoul die rote Karte sah. Auch Emmanuel Krontiris, mit vier gelben Karten vorbelastet, tat alles, sich seine fünfte einzuhandelen, hatte aber mehrmals Glück. Etwas später verpasste Vragel da Silva aus fünf Metern das 0:3, und die Alemannia hatte in den letzten zehn Minuten noch einige dicke Chancen, die aber von Fiel, Meijer und Krontiris mehr oder weniger kläglich vergeben wurden.
Damit folgte auf die erste Heimniederlage der Alemannia seit vielen Monaten postwendend die zweite. Nach drei Niederlagen zum Rückrundenstart hat die Alemannia für's Erste den Anschluss an die Aufstiegsränge verloren - wohlgemerkt als Herbstmeister. Deprimierenderweise erinnert das Ganze an die Saison 1984/85, als eine junge Mannschaft Herbstmeister wurde, die Rückrunde mit 2:6 Punkten begann und am Ende Fünfter wurde. Der Aufstiegszug scheint abgefahren zu sein, zumal die Art und Weise, wie die letzten Spiele verloren wurden, wenig Hoffnungen auf eine Aufholjagd macht. Bleibt noch das Spiel des Jahrzehnts gegen Erkelenz, Hückelhoven oder wie auch immer sie hießen.

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