So, 13.03.05:
ALEMANNIA - Eintracht Trier 2:0 (1:0)
Straub - Landgraf, Klitzpera, Sichone, Noll - Schlaudraff, Plaßhenrich (45. Stehle), Rolfes, Fiel - Gomez, Scharping (56. Michalke; 72. Paulus)
(Nicht - Petrovic, Pinto, Iwelumo / Hecking)
Ischdonat - Marell, Mamic, Budisa - Pelzer (63. Siradze), Dragaljevic, Sinisterra, Patschinski - Labak (46. M. Keller), Klasen (37. Racanel), Maric
(E. Keller - Robben, Reis, Fleck / Linz)

Zuschauer: 16479 (ca. 700 aus Trier)
Gelb: Schlaudraff, Stehle, Sichone - Klasen, Patschinski, Keller

1:0 Budisa (31.; Eigentor; Rolfes, Gomez)
2:0 Gomez (60.; Landgraf, Schlaudraff)









Sieben Niederlagen aus acht Spielen, drei Heimpleiten in Folge, das Debakel gegen Aue, der peinliche Auftritt in Dresden - die Vorfreude auf ein Alemannia-Spiel war schon einmal größer. Keine Mannschaft hat auf eigenem Platz mehr Treffer kassiert als die Alemannia, und nur der LR Ahlen mehr Niederlagen kassiert. Es wurde allerhöchste Zeit, dass das alles ein Ende hatte. Schön zu sehen, dass sich das Aachener Fußballpublikum der Bedeutung des Spiels bewusst war und auch in dieser etwas schwereren Stunde zu seiner Mannschaft stand - der Tivoli war (beim ersten netzfreien Spiel seit Wolfgang Wolfs merkwürdiger Einlage) nicht schlechter gefüllt als gegen Aue. Musste nur noch die Mannschaft endlich einmal wieder mitspielen. Vielleicht hatte das Straftraining und der Waldlauf nach dem Dresden-Spiel geholfen, vielleicht auch die diversen Transparent beim Training und beim Spiel.
Ohne Dennis Brinkmann, Laurentiu Reghecampf, Florian Bruns und kurzfristig auch Erik Meijer stellte Dieter Hecking erstmals in dieser Saison von 4-3-3 auf 4-4-2 um. Kai Michalke und Sergio Pinto blieben auf der Bank. Daniel Gomez und Jens Scharping begannen im Sturm, dahinter konnte erstmals wieder Cristian Fiel auflaufen. Auf der rechten Abwehrseite erhielt Willi Landgraf den Vorzug vor Frank Paulus und Thomas Stehle.
Der Alemannia war weitaus mehr Engagement anzumerken als in Dresden, aber auch eine gehörige Portion Nervosität. Zwingende Torszenen blieben auf beiden Seiten zunächst Mangelware, die erste hatte Jan Schlaudraff aus sehr spitzem Winkel nach Flanke von Jens Scharping. Auf der anderen Seite hätte Marijo Maric beinahe seinen Fuß an eine Hereingabe von Zoran Mamic heranbekommen, Moses Sichone war einen Moment unaufmerksam gewesen. Nach einer halben Stunde stand dann endlich einmal wieder das Glück auf unserer Seite. Jens Scharping spielte Simon Rolfes an, und bei dessem Pass unterlief Igor Budisa ein kapitaler Stellungsfehler. Daniel Gomez nahm den Ball irgendwie nah am Handspiel mit Brust oder Schulter an und stolperte ihn zum erlösenden 1:0 in die Maschen. Mit dem Schwung des Tores hätte Gomez eine Minute später beinahe sein zweites Tor nachgelegt, aber sein Schuss wurde zur Ecke abgefälscht. Kurz vor der Pause musste Reiner Plaßhenrich verletzt ausgewechselt werden, für ihn kam Thomas Stehle und die Hoffnung, dass 45 Minuten nicht für eine gelb-rote Karte reichen würden.
Die vor der Pause sehr passive Eintracht kam mit mehr Schwung aus der Kabine und hätte nach wenigen Minuten den Ausgleich erzielen müssen. Matthias Keller überlief nach Pass von Marijo Maric Emil Noll und legte den Ball zurück auf den eingewechselten Catalin Racanel. Der konnte sich die Ecke aussuchen, scheiterte aber am auf der Torlinie wartenden Willi Landgraf. Den Nachschuss setzte Jesus Sinisterra neben das Tor. Ob die Alemannia den Ausgleich gut weggesteckt hätte, darf bezweifelt werden. Kai Michalke kam etwas später für Jens Scharping ins Spiel und zeigte seine beste Rückrundenleistung. Emil Noll setzte einen Kopfball nach Freistoß Michalke am rechten Pfosten vorbei. Dann leitete Willi Landgraf mit einem energischen Antritt das 2:0 ein. Landgraf bediente auf der rechten Seite Jan Schlaudraff, dessen Hereingabe Daniel Gomez mit seinem zweiten Treffer zum 2:0 verwertete. Unseren Spielern war mit dem 2:0 offenbar eine Last von den Schultern gefallen, und man spielte befreit auf wie lange nicht mehr. Daniel Gomez hätte nach Vorarbeit von Simon Rolfes und Hereingabe von Kai Michalke seinen dritten Treffer erzielen müssen. Wenig später war es wieder Gomez, der nach Steilpass von Alexander Klitzpera alleine vor Daniel Ischdonat stand, aber wieder scheiterte. Eine Viertelstunde vor dem Ende musste Kai Michalke nach einem Foul von Jesus Sinisterra verletzt ausgewechselt werden - gerade als er wieder zu alter Form aufzulaufen schien.
Unter dem Strich bleiben drei ganz wichtige Punkte gegen eine Trierer Mannschaft, die an unsere Leistung in Dresden anknüpfte. Der freie Fall ist zunächst einmal gestoppt, und man kann die restliche Saison halbwegs beruhigt angehen. Mit dem Selbstvertrauen, das man hoffentlich aus diesem Sieg mitnimmt, sollte man auch wieder an den guten Fußball der Hinrunde anknüpfen können.

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