Fr, 10.12.04:
SpVgg Greuther Fürth - ALEMANNIA 3:2 (1:1)
Mavric - Weber, Kleine, Westermann (68. Karl), Dabac - Hilbert, Page, Burkhardt, Caillas (91. Schröck) - Rösler, Feinbier
(Reichel - Heller, Rundio, Eigler / Möhlmann)
Straub - Brinkmann (46. Landgraf), Klitzpera, Sichone, Blank - Plaßhenrich, Rolfes (77. Scharping), Fiel - Pinto, Michalke (68. Gomez), Meijer
(Nicht - Stehle, Noll, Iwelumo / Hecking)

Zuschauer: 8131 (ca. 500 aus Aachen)
Gelb: Rösler, Feinbier - Meijer, Gomez, Sichone

1:0 Hilbert (4.)
1:1 Fiel (5.; Pinto)
2:1 Feinbier (67.)
2:2 Scharping (80.; Meijer, Pinto)
3:2 Rösler (84.)

















(Fotos: Richard)

Schon zum sechsten Mal seit dem Wiederaufstieg spielte die Alemannia in Fürth, eine traditionell ebenso langweilige wie wenig erfolgversprechende Auswärtsfahrt. Dieses Mal war es etwas anderes, die Alemannia fuhr als Tabellendritter zum Vierten Fürth, der Sieger durfte auf einem Aufstiegsplatz überwintern. Entsprechend waren trotz des idiotischen Freitagstermins mehr Aachener auf der Gäste-Stahlrohrtribüne anwesend als gewohnt. Auch der Rest des Stadions war so gut gefüllt wie noch nie gesehen, gute Stimmung wollte aber trotz eifrig bemühter Fans auf beiden Seiten dank der offenen Stadionkonstruktion nicht aufkommen.
Die Alemannia spielte in derselben Formation wie in den letzten Spielen, Fürth musste den gesperrten Petr Ruman ersetzen. Das Spiel begann turbulent, nach vier Minuten nutzten die Gastgeber den Tiefschlaf der Aachener Abwehr zur frühen Führung. Über Marcus Feinbier und Olivier Caillas lief der Ball zu Thorsten Burkhardt. Der hielt aus 20 Metern drauf, Stephan Straub stand zu weit vor seinem Tor und konnte nur zur Seite abklatschen, und Roberto Hilbert entwischte dem unaufmerksamen Stefan Blank und staubte zum 1:0 ab. Die Alemannia zeigte sich nicht geschockt und erzielte prompt den Ausgleich. Sergio Pinto setzte sich auf der rechten Seite gegen Dabac durch und brachte den Ball nach innen, wo Cristian Fiel am höchsten stieg und zum 1:1 einköpfte. Die Alemannia legte nach; Borut Mavric parierte einen Kopfball von Stefan Blank nach Freistoß von Kai Michalke. Auf der Gegenseite war die Aachener Hintermannschaft immer noch nicht ganz wach; Olivier Caillas wurde nicht am Torschuss gehindert und traf aus 17 Metern die Latte des Aachener Tores. Stephan Straub geriet daraufhin mit Moses Sichone aneinander. Dann prüfte Heiko Westermann den Aachener Keeper mit einem Flachschuss aus 20 Metern. Die Gastgeber waren in dieser Phase die bessere Mannschaft. Sascha Rösler beförderte den Ball aus zwei Metern nach Flanke von Dabac über die Latte, dann köpfte Marcus Feinbier den Ball nach Caillas-Flanke auf statt ins Tor. Kurz vor der Pause hätte sich alles zum Guten wenden können, aber wieder einmal war der Pfosten im Weg, als Simon Rolfes aus 25 Metern einem sehenswerten Schuss vom Stapel ließ.
Die Alemannia kam offensiver aus der Kabine, man wollte mehr als das 1:1. Simon Rolfes verfehlte aus der Drehung das Fürther Tor nur knapp. Wenig später bediente Cristian Fiel halblinks Kai Michalke, der aus vollem Lauf über das Tor schoss. Ein Ballverlust von Stefan Blank an der Mittellinie ermöglichte Roberto Hilpert die erste Chance für die Gastgeber im zweiten Durchgang. Zu diesem Zeitpunkt überraschend fiel Mitte der zweiten Hälfte das 2:1. Frédéric Page brachte einen Freistoß in den Strafraum, Marcus Feinbier schlich sich im Rücken von Reiner Plaßhenrich davon und kam aus sechs Metern zum Kopfball. Ich hatte mich in dieser Szene schon beruhigt abgewandt, da Feinbier genau in die Arme von Stephan Straub gezielt hatte, wurde aber vom Aufschrei aus der Fürther Kurve aufgeschreckt. Straub hatte es leider irgendwie fertiggebracht, sich den Ball durch die eigenen Beine ins Tor zu boxen. Dieses Mal erholte sich die Alemannia nicht so schnell, Fürth war dem dritten Treffer in der Folgezeit näher als die Alemannia dem Ausgleich. Eine Viertelstunde vor dem Ende hatte Sergio Pinto nach Vorarbeit der eingewechselten Daniel Gomez und Jens Scharping dann doch noch den Ausgleich auf dem Fuß, schlenzte den Ball aber freistehend aus 15 Metern rechts am Tor vorbei. Zehn Minuten vor Schluss fiel schließlich doch noch das 2:2. Erik Meijer verlängerte einen langen Ball von Alexander Klitzpera mit dem Kopf, und Sergio Pinto setzte sich energisch gegen Christian Weber durch und legte quer auf Jens Scharping, der nur noch den Fuß hinhalten musste. Mit diesem Ergebnis war die Alemannia wieder auf einem Aufstiegsplatz, aber leider blieb es nicht dabei. Roberto Hilbert brachte von rechts eine Flanke in den Strafraum, und nach Stephan Straub war es nun an Alexander Klitzpera, der das ganze Spiel über unsicher wirkte, einen ganz dicken Bock zu schießen. Er sprang unter der Flanke durch, und Sascha Rösler nutzte die Gelegenheit gekonnt zum 3:2-Siegtreffer. Alle Bemühungen, zum dritten Mal den Ausgleich zu erzielen, scheiterten, z.T. bedingt durch kuriose Schiedsrichterentscheidungen (eine davon bescherte Moses Sichone die fünfte gelbe Karte).
Ein Unentschieden wäre gerecht gewesen, aber am Ende standen wir von kiloweise geschenkten Schoko-Nikoläusen abgesehen mit leeren Händen da. Während Fürth wie schon gegen Essen kurz vor Schluss noch zum Sieg kam, hat die Alemannia nun alle drei Spiele gegen die ersten drei in der Tabelle knapp und unglücklich verloren. Dieses Mal wurde eine gute Leistung durch wie Eugen Hach sagen würde individuelle Fehler von sonst zuverlässigen Leistungsträgern zunichte gemacht. Alles in allem eine bittere Niederlage in einem sehr guten Spiel, an die man im Falle eines Nichtaufstiegs wie an das 2:3 in Mainz im Vorjahr noch lange denken wird. Zu allem Überfluss gewann Frankfurt am selben Abend 3:0 in Burghausen und könnte mit einem Sieg am nächsten Spieltag den Abstand zur Alemannia auf drei Punkte verkürzen.



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