So, 08.02.04:
FSV Mainz 05 - ALEMANNIA 3:2 (0:2)
Wache - Abel (59. Rose), Friedrich, Walker (46. Nikolic), Tavcar - Kramny, Schwarz (46. Azaouagh), Babatz - Gerber, Auer, Dworrak
(Trainer: Klopp)
Straub - Landgraf, Klitzpera, Bediako, Blank - Grlic (82. Michalke), Brinkmann, Pflipsen, Fiel (80. van der Luer) - Krontiris, Salou (66. Paulus)
(Memmersheim - Ewertz, Mbwando / Berger)

Zuschauer: 15700 (ca. 1500 aus Aachen)
Gelb: Nikolic, Tavcar - Pflipsen, Paulus, Straub

0:1 Salou (26.; Pflipsen, Fiel)
0:2 Krontiris (44.; Blank)
1:2 Friedrich (50.)
2:2 Bediako (76.; Eigentor)
3:2 Babatz (80.; Foulelfmeter)





(Fotos: Thorsten/A-Team)







(Foto: Thorsten/A-Team)





(Foto: Thorsten/A-Team)

Groß war die Euphorie rund um die Alemannia nach dem Pokalsieg gegen den ehemaligen Europacupsieger aus Südeuropa - umso weniger durfte man beim Auswärtsspiel in Mainz erwarten, zumal das Pokalspiel erst vier Tage her war und den Spielern dementsprechend wahrscheinlich noch in den Knochen steckte. Zu allem Überfluss fiel neben dem gelbgesperrten Erik Meijer auch noch Quido Lanzaat mit einer Rippenprellung aus. Für Meijer spielte Bachirou Salou, für Lanzaat Edwin Bediako.
Mainz begann druckvoll, aber nicht allzu zwingend. Glück hatte die Alemannia nur in einer Szene, als Mainz nach einem überflüssigen Aachener Ballverlust in Überzahl war und Fabian Gerber in halbrechter Position frei zum Schuss kam - der Ball landete im Außennetz. Die Alemannia kam allmählich besser uns Spiel und kam ihrerseits zu einigen Torgelegenheiten. So schob Bachirou Salou den Ball nach Steilpass von Karlheinz Pflipsen knapp am linken Pfosten vorbei. Nach 25 Minuten war es dann soweit: Die Mainzer Fans hatten gerade ein Spruchband entrollt, auf dem zu lesen war "Bayern schlägt doch jeder", als Karlheinz Pflipsen auf der linken Seite Cristian Fiel schickte. Der gab den Ball flach nach innen, wo Bachirou Salou am langen Pfosten völlig frei stand und zur Führung traf. Das Spruchband wurde in diesem Moment hastig wieder eingerollt. Mainz zeigte sich nicht geschockt und setzte die Alemannia in den nächsten Minuten mächtig unter Druck. Pech hatte Christof Babatz mit einem 25m-Schuss, der an den linken Torpfosten klatschte. Nicht mal eine Minute später musste Stephan Straub im Fünfmeterraum in höchster Not gegen Markus Dworrak klären. Karlheinz Pflipsen hatte auf der anderen Seite das 2:0 auf dem Fuß, konnte einen Steilpass von Dennis Brinkmann aber nicht ganz erreichen. Das 2:0 fiel dann kurz vor der Pause, als Dimo Wache bei einem langen Ball von Stefan Blank weit aus seinem Sechzehner herauskommen musste. Wache wollte den Ball köpfen, lief aber am Leder vorbei, und Emmanuel Krontiris bedankte sich und schob den Ball ins leere Tor. Mainz war nun völlig verunsichert und hatte Glück, das erst einmal zur Pause gepfiffen wurde.
Zur Halbzeit wechselte Jürgen Klopp zweimal aus, und seine Mannschaft kam wie verwandelt aus der Kabine. Die Hausherren gaben Vollgas, und die Alemannia hatte leider kaum etwas entgegenzusetzen. Bei einem langen Ball von Christof Babatz stand Alexander Klitzpera falsch zum Ball, und Manuel Friedrich konnte den Ball über den zögerlich herauslaufenden Stephan Straub hinweg zum frühen Anschlusstor ins Tor köpfen. Das war genau das, was nicht passieren durfte, und fast wäre es schnell noch schlimmer gekommen. Benjamin Auer setzte sich am Strafraum gegen Alexander Klitzpera durch, strauchelte aber beim Abschluss, der Stephan Straub so keine Mühe bereitete. Dann schoss Markus Dworrak aus der Distanz knapp drüber. Mitte der zweiten Halbzeit hatte die Alemannia das Spiel wieder etwas besser im Griff, und man konnte sich allmählich Hoffnungen machen, dass das Ergebnis über die Zeit gerettet werden könnte. Bachirou Salou hatte nach Ecke von Ivica Grlic und abermaligem Fehlgriff von Dimo Wache sogar das 3:1 auf dem Kopf, zielte aber zu hoch. Der Ausgleich eine Viertelstunde vor Schluss war selten überflüssig. Ivica Grlic ging im Mittelfeld zu zögerlich in einen Zweikampf, und Mainz konnte Tempo machen. Markus Dworrak brachte den Ball von der rechten Seite, von Stefan Blank nicht energisch genug angeganegn, in die Mitte. Dort geriet Edwin Bediako kaum bedrängt ins Stolpern und bugsierte den Ball zum Ausgleich in die lange Ecke des eigenen Tores. Mainz hatte nun wieder Aufwind, und es kam, wie es kommen musste: Wieder verlor Ivica Grlic im Mittelfeld einen wichtigen Zweikampf, und Markus Dworrak kam 20 Meter vor dem Tor bedrängt von Stefan Blank an den Ball. Er zog nach innen, Edwin Bediako übernahm, ließ Dworrak aber zum Schuss kommen. Stephan Straub machte sich lang, konnte Dworraks Flachschuss aber nur abklatschen. Benjamin Auer reagierte am schnellsten und fädelte geschickt in Stephan Straub zum spielentscheidenden Elfmeterpfiff ein. Nach dem albernen Faller von Eric Meijer im Hinspiel war das wahrscheinlich ausgleichende Gerechtigkeit.
Die Niederlage bei den spielerisch alles andere als überragend auftretenden Mainzern war über 90 Minuten verdient, aber mehr als ärgerlich. Das Zweikampfverhalten einiger Spieler ließ in der zweiten Halbzeit sehr zu wünschen übrig, was sich nur zum Teil durch nachlassende Kräfte wegen des Bayern-Spiels erklären lässt. Auch Erik Meijer, der den einen oder anderen Ball hätte halten und für Entlastung sorgen können, wurde in der zweiten Hälfte vermisst. Dazu kamen dumme Fehler wie das Eigentor, und nach Berlin wurde damit auswärts schon zum zweiten Mal eine Führung aus der Hand gegeben. Damit ist die Alemannia nach zwei Niederlagen zum Auftakt der Rückrunde auf den vierten (nach dem Montagsspiel wahrscheinlich auf den fünften) Platz zurückgefallen - wohlgemerkt nicht durch DFB-Urteile, sondern durch überflüssige Niederlagen. Sollte gegen Cottbus auch nicht gewonnen werden, wäre der Anschluss an die Spitze für's Erste verloren.



Zurück

d