Di, 07.11.06:
Borussia Dortmund - ALEMANNIA 0:0 (0:0)
Weidenfeller - Degen (22. Sahin), Amedick, Wörns, Dede - Kruska, Tinga, Kringe - Smolarek (73. Amoah), Frei, Valdez
(Pirson - Hünemeier, Pienaar, Brzenska, Saka / van Marwijk)
Nicht - Stehle (62. Klitzpera), Herzig, Sichone, Leiwakabessy - Plaßhenrich, Lehmann (83. Pinto), Fiel, Rösler, Dum (83. Noll) - Ebbers
(Straub - Reghecampf, Nemeth, Ibisevic / Frontzeck)

Zuschauer: 67500 (ca. 5000 aus Aachen)
Gelb: Smolarek, Frei - Fiel



(Foto: Richard)











(Foto: Richard)





Nach drei Niederlagen in Folge hatte die Alemannia ein ganz schweres Spiel in Dortmund, wo 22 der bisherigen 25 Pflichtspiele verloren wurden. Gespielt wurde nicht in der Hauptkampfbahn Rote Erde, sondern auf einem nach einer Zahnpasta o.ä. benannten Nebenplatz. Der ist mit ein paar Stufen hinterm Tor und einigen Sitzreihen immerhin recht gut ausgebaut und bot Platz für die drittgrößte Kulisse, vor der die Alemannia je gespielt hat. Sogar "Snacks", "Hot Dogs" und diverse andere Köstlichkeiten werden auf dem Sportplatz verkauft, nur für ein Programmheft läuft man sich schon mal umsonst die Hacken wund.
Michael Frontzeck hatte die Mannschaft nach den zuletzt stagnierenden Leistungen auf einigen Positionen verändert. Jan Schlaudraff war am Sonntag überraschend aus dem Kader gestrichen worden, mit Matthias Lehmann und Reiner Plaßhenrich als Doppel-Sechs wurde die defensivere Variante gewählt, zudem ersetzten Thomas Stehle und Cristian Fiel auf der rechten Seite Sergio Pinto und Laurentiu Reghecampf. Unverändert blieb hingegen die zuletzt umstrittene Position des Torwarts.
Die Alemannia stand entsprechend ihrer Ausrichtung zumeist in der Defensive, aber das deutlich stabiler als zuletzt. Der BVB kontrollierte das Spielgeschehen, aber zu behäbig und ideenlos. Die erste gute Gelegenheit hatte Alexander Frei mit einem Distanzschuss. Wahrscheinlich hatte man sich genau das vorgenommen, aber Kristian Nicht war dieses Mal auf dem Posten. Nicht so gut sah unser Torwart aus, als er etwas später an einer Ecke vorbeiflog, gegen Sascha Dum prallte und am Kinn genäht werden musste. Die nächste Chance für Dortmund hatte Nuri Sahin nach Flanke von Dede und Brustablage von Ebi Smolarek, zielte aber rechts vorbei. Die dickste Chance vergab wieder Sahin, der bedrängt von Moses Sichone vor Kristian Nicht auftauchte. Letzterer reagierte stark und klärte per Fußabwehr. Nach Hereingabe von Florian Kringe schloss Ebi Smolarek schließlich zu schwach ab. Kristian Nicht musste weiterhin einstecken und bekam bei einem Freistoß das gestreckte Bein Smolareks ab.
Auch nach der Pause dominierten die Gastgeber, Nelson Valdez jagte den Ball nach Steilpass von Alexander Frei über die Latte. Dann köpfte Tinga den Ball nach einer Ecke über das Tor. Die Alemannia konnte bis dahin keinerlei Offensivakzente setzen, hatte aber ca. zwischen der 65. und 70. Minute ihre stärkste Phase, in der das Spiel kurzzeitig zu kippen schien. Cristian Fiel hatte nach Anspiel von Reiner Plaßhenrich auch das 0:1 auf dem Fuß, trat aber acht Meter vor dem Tor über den Ball. In der Schlussphase gab die Borussia dann noch einmal Gas. Nach einem langen Ball von Dede legte Matthew Amoah auf für Nelson Valdez, der aus zwölf Metern abzog, aber wieder reagierte Kristian Nicht stark. Auch bei einem Kopfball von Amedick nach Ecke von Frei war Nicht gleich zweimal auf dem Posten und kassierte dabei schon wieder. Während er behandelt wurde, flogen Gegenstände von der Südtribüne, und der Schiedsrichter wurde offenbar von einem Feuerzeug getroffen... klarer Fall: 200.000 Euro Strafe und drei Geisterspiele. Die Tribünenbesucher gingen schon einmal nach Hause, und die Alemannia überstand auch die Nachspielzeit schadlos.
Damit hat die Alemannia den Abwärtstrend erst einmal gestoppt. Das Unentschieden verdiente man sich in erster Linie durch eine kämpferisch überzeugende Leistung. Auch die taktischen Umstellungen fruchteten, und auch Kristian Nicht machte endlich wieder ein gutes Spiel und war am Ende Garant für den Punktgewinn... ob man mit Jan Schlaudraff am Ende vielleicht sogar durch einen Konter 1:0 gewonnen hätte, ist natürlich eine andere Frage. Damit kann man mit gestärktem Selbstvertrauen in die eminent wichtige Partie gegen Nürnberg gehen. Im übrigen muss man sich nochmal vor Augen führen: Wir sind aufgestiegen, spielen nicht in Ahlen, sondern vor 67500 Zuschauern in Dortmund, sind zumindest zeitweise lauter als die und holen auch noch ein 0:0. Rock'n'Roll.



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